Familienbett

Kinderzimmer für zwei Jungs

11.5.16

Kinderzimmer für zwei kleine Jungs - Shared Bedroom


Endlich endlich haben wir es aufgebaut, unser Kura Hochbett vom Möbelschweden! Und das am Muttertag bei bestem Wetter... irgendwie Verschwendung, aber was solls. Wenn man nur am Wochenende genug Zeit hat, dann wird eben auch mal am Muttertag gewerkelt, geschraubt und geputzt und der Sonnenschein nur in den Päuschen zum Ausruhen auf der Terrasse genutzt.
Da wir ja jetzt auch ein neues Bett haben und das sogar erst nach dem Hochbett gekauft hatten, waren die Jungs natürlich mega ungeduldig, wann wir denn endlich ihr neues Rein-und-raus-Bett aufbauen. Geholfen haben sie auch. Schrauben wegschleppen, die Anleitung umblättern oder verstecken... prima Assistenten hatten wir!

Hensvik abbauen und erstmal durchwischen, Kinderarbeit ;-)


Bevor man mit dem Zusammenbauen anfangen kann, muss man natürlich erst mal die alten Gitterbetten auseinander nehmen. Unter Jannes' Bett wohnten zwei Paulas, so heißen bei uns alle diese dürren Spinnen mit den langen Beinen. Ich wollte die beiden ja erst mit dem Staubsauger beseitigen, durfte ich aber nicht, weil die "Voll niedlich!" sind. Mit dem Glas nach draußen war auch nicht gewünscht, also haben wir zugesehen, wie die beiden Paulas sich unter der Spielzeugkiste ein neues Zuhause gesucht haben. Aber schön, dass die Jungs sich nicht ekeln!
Danach wurde noch einmal durchgefeudelt, der Große wollte das höchtselbst übernehmen. Kann er gerne jetzt jedes Wochenende machen! 

Dann ging's los. Alles auspacken, Anleitung studieren und die passenden Bretter und Schrauben rauslegen. Ich glaube eine Stunde haben wir gebraucht, bis das Bett stand. Relativ einfach, wenn man sich an die Anleitung hält und nicht so wie ich (die sich normalerweise IMMER an die Anleitung hält) schon mal voranprescht und sich denkt "Beim Fußteil kam hier die Latte mit der einen Rille dran, das wird ja wohl beim Kopfteil genauso sein!" War's aber nicht, also durften wir das wieder abschrauben. Alles in allem ging's aber doch recht fix und die erste Matratze lag im oberen Bett. Noch den Tunnel oben drüber und fertig!

Kinderzimmer - Kura halbfertig, das Gerüst steht schon mal!


Kinderzimmer - Kura fertig, Probeliegen


Kinderzimmer - Kura fertig, Probeliegen


Unten drunter kommt natürlich auch noch eine Matratze rein, die war aber noch nicht da. Und natürlich ein Lattenrost, den der Mann aber noch basteln muss. So lange muss der Wutz (oder wer auch immer erstmal unten schläft) auf dem Boden liegen. Also auf der Matratze auf dem Boden. Geht auch. 

Wo wir gerade dabei waren, wurde noch das komplette Zimmer gründlich aufgeräumt. Bücher sortiert, kaputte Ü-Ei-Männchen weggeschmissen, Fenster geschrubbt und und und. Was man halt so macht bei Sonnenschein und 28°... Aber: es hat sich gelohnt! Mir gefällt's und ich bin jedes Mal erstaunt, wie groß doch der Raum eigentlich ist. Sieht man nämlich sonst kaum, bei dem Chaos, das die zwei da verursachen.
Und so sieht es aus, wenn man in der Zimmermitte steht und sich einmal im Kreis dreht:

Kinderzimmer für zwei Jungs mit Kura Hochbett

Links vom Schrank ist die Tür, da kommt man also rein. Dann Kleiderschrank, Sitzsack, das neue Bett. Ich hoffe, keiner kommt auf die Idee, vom Bett aus in den Sitzsack zu springen.... An der nächsten Wand geht es dann weiter mit dem alten Lack-Tisch, der in der Ecke zwischen den Gitterbetten stand. Provisorischer Nachttisch, bis ich was Netteres gefunden habe. Oben drüber hängen jetzt die beiden Janosch-Bilder, die Bjarne vorher über seinem Bett hatte. Weiter geht's mit Spielzeugkiste und Kallax Regal. (Bzw. unseres ist noch das alte Expedit.)

Kinderzimmer - Details Kallax/Expedit

So sieht's oben auf dem Regal aus. Postkarten in bunten Rähmchen, Hundespardose, Elchlampe, Winkekatze und Selbstgebasteltes.

Kinderzimmer - Details Kallax/Expedit

Im Regal stehen die Bücher der Jungs und jede Menge Spielzeug. Windeln, Feuchttücher, diverse Kisten und Kartons und was kleine Jungs eben so haben an Zeug. Ganz unten sind in den beiden Fächern noch ein paar Klamotten untergebracht, denn auf dem Fußboden wird gewickelt und Schlafanzüge angezogen.


Kinderzimmer - Malecke, Regal und Kommode

Vor dem Fenster geht es jetzt mit unserem Tisch von vertbaudet weiter. Die beiden Stühle sind ehemaliges Kindergartenmobiliar und warten noch auf einen neuen Anstrich. Wobei, eigentlich gefällt es mir so dunkel als Kontrast auch ganz gut. Noch mal ein Kallax und zum Schluss noch eine Hemnes-Kommode, die wir früher als Wickeltisch benutzt haben.
Die Heizung kommt irgendwann noch weg und wird gegen eine kleinere und flache ausgetauscht. Das Ding da ist hässlich und viel zu groß für den Raum!


Kinderzimmer - Messlatte, Eulen am Kleiderschrank und Namensschild

An die eine Schrankseite habe ich so ein Mess-Aufkleber-Wandtattoo-Gedöns geklebt. Stimmt, es ist etwas schief geworden... aber das Haus ist auch ein bisschen schief, fällt kaum auf! Die original Griffe vom Schrank fand ich nicht so toll, deswegen haben die Jungs sich neue ausgesucht. Lauter kleine bunte Eulen wohnen jetzt da, auch rosa haben die beiden sich selbst ausgesucht, obwohl das laut Bjarne ja für Mädchen ist.
An das Fußende vom Bett habe ich das Namensschild gesteckt, das wir vor einer Weile mal bekommen haben. Macht sich dort wirklich gut und ich wollte ja sowieso immer Buchstaben an den Fußenden haben, wie bei Ernie und Bert! 

Und so klappt's bisher:


Tag 1: 

Da die Matratze noch nicht da ist, müssen beide Jungs oben schlafen. Findet Bjarne doof, weil er "In Ruhe schlafen will!". Um Mitternacht wache ich auf, weil ich der Meinung bin, ich hätte ein Kind weinen gehört. Im Kinderzimmer ist es aber erstaunlich ruhig und beide schlafen ganz ruhig. Keiner ist raus gefallen. 
Um 4 ruft Bjarne nach mir und zieht ins Schlafzimmer um. Jannes schläft durch bis morgens um halb acht, wir müssen ihn sogar wecken gehen! Ich glaube, das war das erste Mal überhaupt, dass das passiert ist! 

Tag 2:

Die Matratze ist da! Wird mir auch direkt als ich nach Hause komme vom Wutz berichtet und ich muss erstmal mit nach oben zum gucken. Nach dem Sandmann sagt Jannes "Endlich können wir schlafen gehen!" und es klappt wirklich wunderbar. Küsschen, zudecken, Hörspiel an und Mama ab. 
Um halb 5 ruft Bjarne nach mir und zieht um ins Schlafzimmer. Jannes schläft wieder durch und Bjarne und ich kuscheln uns morgens mit zu ihm ins Bett, um ihn zu wecken.

Tag 3:

Die Begeisterung schwindet ein klitzekleines bisschen. Bjarne fängt wieder mit seinem "Ich muss hundert mal aufs Klo, bevor ich schlafen kann"-Spielchen an und Jannes setzt sich lieber noch mal auf den Teppich, um zu spielen, anstatt sich in sein Kissen zu kuscheln... Letztendlich liegen dann aber doch beide im Bett, Hörspiel an, Mama ab. Und das war's, Ruhe von oben, Eltern-Freizeit.
Um 1 ruft Jannes nach mir, er wäre hingefallen. Bjarne wird auch wach und beide ziehen um ins Schlafzimmer. 

Alles in allem sind wir bisher aber wirklich begeistert, wie gut das klappt und auch, dass die zwei sich nicht streiten, wer wo schläft. Kommt sicher noch, wir werden dann wöchentlich wechseln oder sowas. 
Das Bett ist jetzt kein bisschen gehackt, wie ich es eigentlich vor hatte. Eigentlich würde ich es nämlich gerne weiß anmalen und noch irgendwie anders zeltig dekorieren. Oder ein Haus draus bauen. Vielleicht machen wir das ja noch, aber erstmal bleibt das so und den Jungs gefällts auch!
Jetzt hoffe ich nur, das wirklich keiner da oben raus plumpst! Abgestürzt sindse nämlich schon beide, beim Leiter runterkrabbeln ;)


Zuletzt aktualisiert am 11.05.2016

Alltag

Auszug aus dem Familenbett?!

26.4.16

Der Zwuggel ist 46 Monate und 22 Tage alt
Der Wutz ist 31 Monate und 21 Tage alt

Jannes, eingeschlafen
Wutz, eingeschlafen... abends soll der das machen! 

Unsere Schlafsituation

Seit einigen Wochen schlafen die Jungs bei uns im Bett ein, und nicht mehr in ihren Kinderbetten. Das neue Bett ist noch nicht aufgebaut *hust* und wird es wohl auch erst sein, wenn ich mal wieder Urlaub habe. Soll ja noch lackiert werden und das dauert so seine Zeit.
Auf jeden Fall haben wir das Einschlafen-in-Mamas-und-Papas-Bett ja eingeführt, um zu testen, inwieweit das überhaupt klappt, so ohne Gitter. Bleiben die beiden liegen? Hauen sie sich die Köppe ein? Schlafen sie überhaupt irgendwann oder ist die halbe Nacht Halli Galli? 
Zuerst lief es wirklich super! Dann eher geht so und im Moment so gar nicht. 
Der Zwuggel steht ca 7 Mal auf, weil er noch zur Toilette muss. Natürlich muss ich mitkommen, alleine is gruselig... Setzt man ihn nach dem Umziehen auf's Klo, sagt er "Ich muss gar nich!" Liegt er dann im Bett "Ich muss mal!" Ja nee, is klar!

Der Wutz springt eh ewig auf der Matratze rum, schleppt tausend Autos mit ins Bett um noch zu spielen und kippt regelmäßig die Trinkpulle um. Und dann kommt er andauernd zur Tür gerannt: 
"Bane hat misch deärgat!" 
"Isch muss Totolette!" (hat aber ne Pampers an...)
"Hia rischts komisch!" 
"Da is ein Monsta!" 
"Mia is langweilig..."
"Isch kann nisch schlaf'n!"
AAAAAAArgh!

Der Wutz zieht aus

Nachdem wir also gefühlte zehn Mal wieder nach oben gerannt sind, verschüttetes Wasser aufgewischt, Pampers gewechselt, Monsta verjagt und Kinder zur Toilette begleitet haben, ist auch irgendwann mal gut. Ich habe absolut gar kein Problem damit, wenn die Jungs nicht direkt einschlafen können und noch spielen oder quatschen. Können sie meinetwegen machen, bis ich auch irgendwann ins Bett gehe. Aber andauernd nach uns rufen und spontan die Fähigkeit verlieren, allein zur Toilette zu laufen, das nervt! 

Also wird den Kindern abends eingetrichtert, dass sie rüber in ihr Zimmer müssen, wenn das Ganze nicht klappt. Und: es klappt nicht! Mit Bjarne geht's noch halbwegs, der macht dann teilweise den Wingman und zerrt Jannes zum Bett und ermahnt seinen Bruder mit erhobenem Zeigefinger. Sieht übrigens sehr süß aus und ich muss dann lachen, was wiederum stark an meiner Glaubwürdigkeit rüttelt... 

Kaum sind der Mann oder ich endlich wieder unten auf dem Sofa angekommen, hört man meistens von oben schon wieder STAMPF STAMPF STAMPF. Holzboden trifft auf zur Tür eilendes Kind. Dann klappert es kurz, die Tür geht auf:
"Der Bane hat misch deärgat!"
Und dann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem Jannes dann in sein Zimmer auszieht. Findet er natürlich doof, aber anders klappt's gerade nicht. CD an, Küsschen, Meckern und dann schläft er doch tatsächlich ein. Manchmal ruft er auch noch mal und wenn ich ihn dann frage, ob er doch lieber ins Schlafzimmer möchte und ob er denn dann auch im Bett bleibt, bringe ich ihn auch wieder zurück, wenn er will. Vom Großen wird das teilweise mit "Orrr nööö, ich wollte doch meine Ruhe!" kommentiert, macht aber nix, da muss er durch.
Oder es läuft wie früher: wenn ich ins Bett gehe, hole ich Jannes aus seinem Bett und nehme ihn mit zu mir.

Hach ja, am schönsten wäre allerdings, die beiden würden einfach im Bett bleiben, noch ein bisschen quatschen oder einfach mal ihrem Hörspiel zuhören und dabei wegschlummern. Vielleicht klappt das ja dann im neuen Bett, wenn wir das dann endlich mal aufgebaut haben.

Wie oft dürft ihr denn abends immer so nach den Kindern gucken? Oder was ist euer ultimativer Tip, um den Nachwuchs ins Bett zu bekommen? Festbinden? Tür abschließen? Ich brauche ein paar Tips!



Zuletzt aktualisiert am 26.04.2016.

Alltag

Verkehrte Welt: schlaflose Mutti

2.12.15

Manchmal, also dann, wenn ich echt einfach mal wieder ganz viel Schlaf brauche... also dann tauschen der Mann und ich auch mal die Nachtschicht. 
Wir schlafen ja so halb im Familienbett, das heißt, beide Jungs schlafen in den eigenen Betten ein und entweder, ich hole sie dann rüber, wenn ich selbst schlafen gehe, oder eben, wenn sich einer der beiden meldet. Ich mag es, ich genieße es, aber: so richtig durchschlafen und mal ausschlafen fühlt sich anders an. 

Kugelfisch-Blog: Jannes schläft
Schlafen wie ein Baby... ein Traum! 

Samstag war's dann mal wieder soweit. Ich durfte unters Dach ziehen und der Mann hat sich nachts um die Jungs gekümmert. Da lag ich dann so im Bett und... konnte nicht einschlafen! Hallo? Normalerweise fallen mir die Augen schon auf dem Weg nach oben zu und jetzt? Lag ich da also. Draußen Sturm und ich dachte, gleich fliegt das Dach weg. Der Regen klopfte donnerte aufs Dach und das war echt laut! Vor allem, wenn man diese Geräuschkulisse so gar nicht gewohnt ist, das Schlafzimmer ist nämlich nicht unterm Dach, da hört man eher die Jungs vor sich hin schnarchen. Hörspiel an, von links nach rechts gedreht, weggedöst, wieder aufgewacht, Hörspiel zurückgespult, wieder weggedöst, Quatsch geträumt, aufgewacht. Hm. Ich hör nix, draußen noch total dunkel. Hoffentlich hab ich wenigstens bis 6 geschlafen! Handy gesucht und erschrocken festgestellt, dass es sogar schon 7 ist! 
Um 7 wecke ich normalerweise immer den Mann, reicht doch so als Ausschlafen am Wochenende, oder? Also schnell aufgestanden und die Treppe runter. Und was finde ich unten? Nix! Alle drei Männer noch schön am schlafen und ich, die, die eigentlich mal ausschlafen wollte und sollte, sitze mutterseelenallein unten auf dem Sofa.
Bis halb 8 hab ich das ausgehalten, Mails gelöscht, Kaffee und Frühstück vorbereitet... und dann bin ich nach oben, mal nachgucken, ob die noch leben. Mann links auf 90cm, schnarchend. Baby zwischen beiden Matratzen so halb auf dem Boden, schnarchend. Bjarne quer auf einmetervierzich und nölt erst mal "Neeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee, Mama, geh weg, ich will noch schlafen!" Ähm ja.

Nächster Versuch in der Nacht von Sonntag auf Montag: ich kann nicht einschlafen. Der Wecker klingelt um viertel vor 6 und alle drei Männer verschlafen. Ich mache Frühstück und wecke alle.

Montag auf Dienstag: ich werde krank! Montag im Büro schon überall Gelenkschmerzen bekommen und Magengedöns, die Nacht war gruselig, ich spare mir an dieser Stelle mal Details. Es würden aber mehrere Gänge nach unten (Bad) und Kopfschmerztabletten darin vorkommen.
Kennt ihr das, ihr seid die ganze Zeit im Stress und sobald ihr dann mal zur Ruhe kommt weil Urlaub, Wochenende, sonstwas: Bumm, krank! Da kann ich endlich mal ohne Füße im Gesicht schlafen, und dann sowas.

Dienstag auf Mittwoch: Magen wird wieder besser, direkt eingeschlafen, komplett durchgeschlafen! Tschakka! Scheinbar brauche ich erst ein paar Tage, um mich an ungestörten Schlaf zu gewöhnen! Und wahrscheinlich will der Mann jetzt wieder zurück tauschen, Murphy und so. Aber mal so unter uns: an sich vermisse ich die beiden Kleinen nachts auch ganz schön doll! Aber nicht dem Mann verraten ;-) 

Zuletzt aktualisiert am 02.12.2015

Familienbett

Familienbett und plötzlicher Kindstod

18.6.15

Ich hab ja ne Weile überlegt, ob ich überhaupt etwas zu dem Thema schreiben soll, aber nachdem gestern wieder auf Facebook und vielen anderen Seiten der ursprüngliche Beitrag geteilt wurde und das oft in Verbindung mit plötzlichem Kindstod als Folge vom Schlafen im Familienbett, werde ich das jetzt doch tun. Regt mich nämlich auf!



Gerade wird es auf Facebook und anderen Kanälen viel geteilt: der Fall Everett, der im Familienbett im Alter von nur 5 Monaten verstarb... Das ist so schrecklich traurig!! Ich weiß nicht, was ich an Stelle seiner Mutter gemacht hätte, wie ich mich jetzt fühlen würde und vorstellen mag ich mir das erst recht schon mal gar nicht. 
Trotzdem muss ich jetzt mal was dazu sagen, denn mit ihrem Facebook-Posting (ich glaube nen Kopf für Facebook hätte ich nach so einem Ereignis mal so gar nicht...), warnt sie davor, sein Kind mit ins Familienbett zu nehmen. Sie gibt sich selbst die Schuld am Tod ihres Sohnes und warnt uns andere Mütter, den gleichen Fehler zu begehen. 

Dass sie sich die Schuld gibt tut mir schrecklich leid, denn ich denke nicht, dass sie schuldig ist. OK, ich kenne die ganze Geschichte nicht, ich war nicht dabei, aber aus dem, was sie schreibt, ergibt sich für mich ganz klar folgende Situation: sie hat alles richtig gemacht, was man beim Schlafen im Familienbett eben beachten sollte. Der Kleine lag nicht unter einer Decke, sie war nicht betrunken, sie hat sich ganz einfach mit ihm ins Bett gelegt. Als der Vater nach Hause kam, dachte er erst, alles sei in Ordnung und beide würden einfach nur schlafen, aber Everett hatte schon aufgehört zu atmen. Also kein "Unter der Bettdecke verbuddelt" und auch kein "Von der Mutter im Schlaf überrollt". 

Man weiß nicht, ob das Baby vielleicht krank war, eine Erkältung hatte, den ganzen Tag in der Sonne war oder sonst was. Falsch an der ganzen Berichterstattung finde ich daher, zu sagen: SIDS durch Familienbett! 

Denn als erstes muss man mal lesen, was genau SIDS (Sudden Infant Death Syndrom) überhaupt ist. Wiki sagt folgendes: 
[...] das unerwartete und nicht erklärliche Versterben eines Säuglings oder Kleinkindes, das zumeist in der (vermuteten) Schlafenszeit des Säuglings auftritt.
Familienbett/Co-Sleeping bzw. Ersticken unter einer Decke oder Überrollen durch einen Elternteil wären aber nicht "nicht erklärlich", sondern eben "Überrollt bzw. "Erstickt". In oben genanntem Fall lag das Kind einfach nur neben seiner Mutter. Nicht überrolt. Nicht unter die Bettdecke gerutscht (zumindest steht davon nichts im Posting der Mutter). Was also diese Panikmache soll, verstehe ich nicht!

Beim gewünschtesten Wunschkind mal kurz nachlesen, was passiert, wenn SIDS-Fälle doch noch mal genauer untersucht werden:

  • bei 23% der Kinder wurde eine eindeutige Todesursache gefunden, 
  • insgesamt 5% der Untersuchten waren vorsätzlich getötet worden,
  • bei weiteren 13 % ergaben die pathologischen Befunde eine sehr wahrscheinliche Todesursache,
  • bei weiteren 60 % wurden zumindest pathologische Auffälligkeiten gefunden, die zwar nicht den Tod als solches erklären, aber Hinweise darauf geben, dass die Kinder nicht vollkommen gesund waren,
  • nur bei 5 % (!) aller Kinder wurden absolut keinerlei Anhaltspunkte für die Todesursache gefunden.
  • Heißt also, dass nur bei einem sehr geringen Teil die Todesursache nicht gefunden werden konnte. Und selbst das kann sich in Zukunft ändern, eben wenn medizinisch mehr möglich ist und mehr untersucht werden kann. Dazu kommt ja generell, dass nicht alle durch SIDS verstorbenen Babys überhaupt obduziert werden. Ein weiterer Teil der Fälle könnte so also wahrscheinlich auch noch geklärt werden.

    schlafender Säugling
    Jannes

    Niemand, der es nicht will, muss im Familienbett schlafen. Wer sein Kind lieber ins Beistellbettchen oder eigene Zimmer legt, soll das gerne machen, so lange es allen dabei gut geht (und sich das Baby nicht in den Schlaf schreien muss...). Aber am Familienbett ist nichts falsch. Es gibt keine Studien, die belegen, dass im Familienbett mehr Kinder am plötzlichen Kindstod versterben. Im Gegenteil. Hört das Kind das Atmen der Mutter, bekommt mit, wie sie sich bewegt, fällt es erst gar nicht in so tiefen Schlaf und wird immer wieder daran "erinnert", weiter zu atmen.

    Das Risiko für SIDS im Familienbett ist NICHT höher, als im eigenen Bettchen, wenn man sich eben an bestimmte Regeln hält. Diese sind:

    • nicht Rauchen
    • kein Alkohol 
    • keine Drogen
    • keine Medikamente (wie z.B. Schlafmittel
    • Kind auf Kopfhöhe (damit es nicht unter die Decke rutschen kann) 
    • ausreichend Platz für alle
    • Baby im eigenen Schlafsack 
    • kein Wasserbett
    Hierzu auch ein sehr interessanter Artikel von Dr. Herbert Renz-Polster.
    Wurden aber in der Statistik nur diejenigen Kinder betrachtet, die in einem Bett (also nicht auf einem Sofa oder Sessel) bei nicht rauchenden, nicht trinkenden Eltern schliefen – so war deren Schlaf insgesamt genauso sicher wie der von Babys, die im eigenen Bett im Zimmer der Eltern schliefen. Bei den älteren (über drei Monate alten) Babys war sogar ein Schutzeffekt des Elternbetts zu beobachten – sie hatten ein niedrigeres SIDS-Risiko als die im eigenen Bett im Zimmer der Eltern schlafenden Babys.
    Also: wenn ihr gerne im Familienbett schlaft oder schlafen wollt, dann macht es! Das Risiko für SIDS ist nicht höher, wenn ihr eben ein paar Punkte beachtet und euch an diese haltet. Wenn ihr doch noch ein bisschen Schiss habt, euer Baby aber trotzdem so nah wie möglich bei euch haben wollt: besorgt euch ein Beistellbett. Das ist ja quasi nur eine Erweiterung eures eigenen Bettes für das Baby, ihr liegt trotzdem nah zusammen aber Baby hat seinen eigenen Schlafplatz (bis es mobil wird, dann kommt es eh angerobbt ;-) ).
    Wir schlafen jetzt seit 3 Jahren mehr oder weniger alle zusammen. Mal nur ein Elternteil mit einem Kind, mal beide mit mir oder dem Mann, mal alle vier zusammen. Es liegt immer ein Erwachsener zwischen den Kindern, die Matratzen liegen auf dem Boden, damit niemand heraus fällt, Jannes hat seinen eigenen Schlafsack. Im ganzen Haus wird nicht geraucht und Drogen gibt's eh keine. Allen geht es gut und wir sind nie aufgewacht und ein Kind war unter der Decke verschwunden oder ähnliches. 



    schlafendes Baby
    Bjarne

    Zuletzt aktualisiert am 18.06.2015

    Erziehung

    Wie man's macht, macht man's falsch...

    26.1.15

    Was man als Mutter (oder Vater) falsch machen kann? Eigentlich alles!
    Recht machen kann man es sowieso niemandem... muss man aber eigentlich auch gar nicht. Hauptsache, man selbst ist mit sich und dem was man macht zufrieden!
    Findet übrigens auch Anna Frost und wie ich da so meinen Kommentar unter ihr Posting tippte, hätte ich noch ellenlang weiter schreiben können, aber das mach ich lieber mal hier.

    Was man als Mutter falsch machen kann? Eigentlich alles!

    Schwangerschaft/Geburt 

    Du nimmst Folsäure und achtest auf gesunde Ernährung - Du übertreibst.
    Du nimmst nichts und isst weiter wie bisher - Du bist nachlässig
    Du isst ein Mon Cherie - DA IS ALKOHOL DRIN!!!
    Du gehst zum Geburtsvorbereitungskurs, zum Schwangerschafts-Yoga und liest ein Hypno-Birthing Buch - Du übertreibst.
    Du bekommst einen Kaiserschnitt - Du Weichei
    Du entbindest spontan - Angeber 
    Du bekommst eine PDA - Weichei 
    Du nimmst keine Schmerzmittel - Angeber
    Du  entbindest zu Hause - Leichtsinnig
    Du entbindest im Geburtshaus - Leichtsinnig
    Du entbindest im Krankenhaus - Viel zu organisiert, Massenabfertigung, Missachtung Deiner Wünsche...
    Du entbindest ambulant - Viel zu früh nach Hause, Du musst Dich doch erholen!
    Du bleibst 3 Tage im Krankenhaus - Dein armer Mann zu Hause wird verhungern und hat nix mehr anzuziehen!

    Nach der Entbindung 

    Dein Baby schläft im Familienbett - Das bekommst Du da nie wieder raus! 
    Dein Baby schläft im Familienbett - Du wirst es ersticken 
    Dein Baby schläft im Familienbett - Du verwöhnst Dein Kind 
    Dein Baby schläft allein im eigenen Bett und Zimmer - Du Rabenmutter! 
    Du stillst - Ausnahmsweise sind sich alle einig: super! 
    Du stillst nicht - Rabenmutter
    Du stillst länger als 3-6 Monate - Du kannst Dich nicht trennen, Dein Kind wird nicht satt, ihm fehlen Nährstoffe 
    Du stillst länger als 12 Monate - Du hast ne Macke und Dein Kind wird gestört 
    Du wickelst mit Einwegwindeln - Du Umweltsau!
    Du wickelst mit Stoff - Ökotante 
    Du machst Windelfrei - Du hast ne Macke!
    Du trägst im Tuch/in der Tragehilfe - Dein Kind wird nie laufen können
    Du trägst im Tuch/in der Tragehilfe - Dein Kind erstickt
    Du trägst im Tuch/in der Tragehilfe - Dein Kind bekommt einen krummen Rücken
    Du trägst im Tuch/in der Tragehilfe - Dein Kind sieht ja gar nix
    Du schiebst einen Kinderwagen  - Das arme Kind, so weit weg von der Mama!
    Du fütterst mit 5 Monaten den ersten Brei - Viel zu früh! 
    Du machst nach 6 Monaten BLW - Dein Kind wird sich verschlucken!
    Du gibst Deinem Kind einen Keks - Da ist ZUCKER drín! 
    Du gibst Deinem Kind ein Stück Apfel und nen Möhrenstift - Das arme Kind, Du übertreibst 
    Dein Kind trägt im Sommer ein dünnes Mützchen - Das schwitzt doch! 
    Dein Kind trägt im Sommer kein Mützchen - Da muss ein Mützchen drauf! 
    Du gehst mit Tupperdosen, Feuchttüchern und Wechselklamotten zum Spielplatz - Du übertreibst 
    Du gehst ohne Überlebens-Kit auf den Spielplatz - Du bist nachlässig. 
    Dein Kind isst Sand und Du holst ihm den sofort wieder aus dem Mund - Du übertreibst und bist überängstlich.
    Dein Kind isst Sand und du wischst nur einmal kurz über seinen Mund - Du bist nachlässig
    Du kaufst einen Pulli bei Kik/Aldi/Zeeman - Du bist geizig und da ist Kinderarbeit drin!
    Du kaufst einen Marken-Pulli für € 100 - Du hast ne Macke und da ist Kinderarbeit drin!

    Total falsch: Pommes! Auch falsch: Pommes verbieten!


    Du selbst!

    Du schminkst Dich und gehst ohne Babykotze auf dem Shirt vor die Tür - Angeber, Du vernachlässigst sicher dein Baby 
    Du gehst ungeschminkt in bequemen Klamotten vor die Tür - Du bist nachlässig 
    Du gehst früh wieder arbeiten - Du vernachlässigst Dein Kind, wieso hast Du überhaupt eins, wenn Du nie da bist? 
    Du bleibst 3 Jahre zu Hause - Du kannst Dich nicht trennen, Du Übermutter! 
    Du bleibst 3 Jahre zu Hause - Du nutzt Deinen Mann aus
    Du lässt Dein Kind früh fremdbetreuen - Du vernachlässigst es, wieso hast Du überhaupt eins? 
    Du lässt Dein Kind frühestens mit 3 fremdbetreuen - Du klammerst und kannst Dich nicht trennen 
    Du nimmst Dir früh auch mal wieder Zeit für Dich und Deinen Mann - Du vernachlässigst Dein Kind!
    Ihr als Eltern geht nicht aus oder nehmt euch mal Zeit für euch - Die Beziehung wird scheitern! 
    Du unternimmst etwas ohne Kind - Du vernachlässigst es und bist egoistisch 
    Du nimmst Dein Kind mit - Muss das sein? Überall schleppst Du das mit an! 

    Sobald ich Kindergarten-/Grundschulerfahrung habe, werde ich die Liste fortsetzen ^^ Ihr dürft gerne ergänzen!

    Zuletzt aktualisiert am 03.05.2016.

    Familienbett

    Unsere Schlafsituation - halbes Familienbett

    22.1.15

    Die Schlaf-Diskussion geht ja seit einer Weile auf den Mütter-Eltern-Familien-Blogs wieder um. Auslöser war ein Contra-Familienbett-Posting, das Familienbettler als "zu faul zum nachts aufstehen " und "sexlos" hingestellt hat, überspitzt gesagt. Auf Familienbetrieb gab's die Tage einen sehr lustigen Artikel zu dem Thema und bei little years auch was Nettes. Deswegen wollte ich mal aufschreiben, wie das bei uns so lief/läuft. Zwei Kinder, zwei unterschiedliche Schlafgewohnheiten.

    Bjarne im Gitterbett
    Nach dem Umzug von der Wiege ins Gitterbett

    Bjarnes Schlafgewohnheiten

    Der Zwuggel hat von Anfang an in seinem Zimmer geschlafen, bzw. ist auf dem Sofa eingeschlafen und dann, wenn wir auch ins Bett wollten und er noch eine Flasche Milch weg gehauen hatte, haben wir ihn in sein Bett gebracht. Als ich noch gestillt habe, also in den ersten 9 Wochen ca., habe ich mit bei ihm im Zimmer geschlafen. Durch die Einschlaf-Flasche hat sich das aber relativ schnell erledigt, er schlief dann nämlich bald durch. Nach einem halben Jahr oder so, hat er also komplett allein in seinem Zimmer weitergeschlafen, mittags eh. Milch, Augen reiben, ins Bett legen und schlafen. Anfängerbaby! Als ich dann wieder schwanger wurde, ist der Mann aus dem Schlafzimmer aus- und im Kinderzimmer eingezogen. Ich war nämlich oft schon um neun so müde, dass ich schlafen gehen wollte. Und je kugelfischiger ich wurde, umso mehr Platz brauchte ich auch im Bett (und mein Stillkissen auch, das musste nämlich mit ins Bett!). Also kein Familienbett, aber Familienzimmer.

    Das mit dem einfachen Einschlafen wurde aber schlagartig anders, als Bjarne großer Bruder wurde. Zum einen wollte er irgendwann kein Einschlaf-Fläschchen mehr. Ins Bett bringen wurde also etwas schwieriger, denn beim Trinken ist er sonst immer schon halb weggedöst, jetzt war er aber noch hellwach. Oft schlief er zwar trotzdem ganz gut ein, wachte aber eine halbe Stunde später auf und wollte/konnte nicht mehr einschlafen. Er saß dann noch mit im Wohnzimmer, hat mit uns Bücher angeguckt und ist teilweise erst um halb 12 eingeschlafen. Jannes schlief derweil friedlich neben uns auf dem Sofa. Nicht so toll das Ganze, der Mann und ich hatten zu dem Zeitpunkt also irgendwie so gar keine Zeit mehr für uns oder einfach mal zum doof vom TV berieseln lassen. 

    Die Lösung war dann "Familienbett auf Zeit". Der Mann hat sich dem Zwuggel zusammen hingelegt und gewartet, bis er eingeschlafen war. Meistens sind beide eingeschlafen und ich hab den Papa um acht wieder aus dem Kinderzimmer geholt zum Nachrichten gucken. Später hat er sich dann wieder zum Sohn gekuschelt und alle hatten ausreichend Schlaf und wir Eltern abends auch noch ein bisschen Freizeit. 
    Irgendwann schlief Bjarne dann auch wieder alleine ein und durch, vielleicht weil er wusste, dass der Papa nachts zu ihm kommt und da weiter schläft.


    Schlafendes Baby, Jannes
    Schlaf-Wutz

    Jannes Schlafgewohnheiten

    Der Wutz hat von Anfang an bei mir im Bett geschlafen, Inzwischen hatte ich viel mehr Infos zum Thema Stillen und wollte vieles anders und besser machen, als beim Großen. Jannes ist also erst auf dem Sofa eingeschlafen und dann mit mir zusammen ins Bett gewandert. Nachts wurde im Liegen gestillt und ich konnte entweder dabei oder direkt im Anschluss eindösen und weiter schlafen. Morgens kamen dann Mann und Zwuggel rüber zu uns und haben uns geweckt. 

    Als er größer wurde, wollte er dann irgendwann nicht mehr auf dem Sofa schlafen. Also Einschlafstillen im Bett und dann leise raus schleichen. Um das Baby einen Wall aus Bettdecken und Stillkissen gebastelt, damit er nicht wegkullert. Später dann ein Gitter zum Einklemmen unter der Matratze gekauft, weil er ja dann doch mobiler und aktiver wurde. Wenn ich nachts zu ihm kam, lag er teilweise quer oder am Fußende im Bett und ich musste sehen, wie ich mich dazuquetschen kann. 

    Sein Gitterbett stand mit im Schlafzimmer und mittags schlief er ohne Probleme auch mal in seinem Bett. Abends eher selten, aber ab und an kam das schon vor. 

    Schlafen heute

    Dann kam der Umzug. Jannes schlief zu dem Zeitpunkt immer noch mit mir zusammen im Schlafzimmer, die großen Jungs zusammen im Kinderzimmer. Die Herausforderung war also, beide Kinder im gleichen Zimmer schlafen zu lassen. Und, was soll ich sagen, es klappte so ziemlich auf Anhieb. Mehr oder weniger... also so für ein paar Stunden. 
    Beide Jungs schliefen fix ein, nur Jannes wurde dann irgendwann nachts wach und wollte zu uns. Stillen, kuscheln, weiterschlafen. Da uns das auf 140cm irgendwann zu eng wurde zu dritt, kauften wir noch eine 90cm-Matratze dazu. Da das dann aber nicht ins Bett passte und wir dieses sowieso erst mal ins Gästezimmer verfrachtet hatten, lag also ein riesiges Matratzen-Lager auf dem Fussboden. Hat auch den Vorteil, dass keiner aus dem Bett fallen kann (und wenn doch, dann fällt er wenigstens nicht tief). 

    Seit wir also im Haus wohnen, schlafen die Jungs mittags ohne Probleme zusammen im Kinderzimmer. Abends schlafen sie dort auch ein und nachts kommt Jannes in 90% der Nächte zu uns rüber, weswegen der Mann dann irgendwann ins Gästezimmer hoch gezogen ist. Der kann nämlich nicht so gut schlafen mit Nachtlicht und Baby, das wild durchs Bett wandert. 
    Wenn Bjarne mal wach wird, will er auch "Mit rüber kommen!". Ein Mal habe ich alleine mit dem großen Kind im Familienbett übernachtet und das war sehr kuschelig und lustig, die Schnute steht nämlich nicht still, bis er eingeschlafen ist. Die anderen Nächte waren wir dann zu dritt und das war schon ein bisschen unlustiger. Bjarne schläft eigentlich wie festgemeißelt und bewegt sich kaum, will aber "mit unter Deine Decke!" und da liegt aber schon das Baby. Zum Glück ist dem, bis auf die Unterbrechungen, in denen er dann doch noch mal gestillt werden möchte, herzlich egal, wo und wie rum er gerade liegt. Meistens robbt Jannes dann also weg und schläft quer über die kleinere Matratze verteilt. Wenn er allerdings wach wird, krabbelt er vom Fußende her zwischen uns und drängelt seinen Bruder weg. Das ist manchmal etwas anstrengend und ich hoffe jede Nacht, dass Bjarne nicht mit aufwacht, wenn Jannes nach mir ruft.

    Alles in allem finde ich unser Teilzeit-Familienbett super! Und ja, ich mag aus Faulheit nicht nachts neben den Betten im Kinderzimmer sitzen, wenn einer aufwacht und alleine nicht wieder einschlafen will. Da ist es kalt und nicht gemütlich und die Erfahrung hat einfach gezeigt, dass Jannes fast sofort wieder einschläft, wenn er im Schlafzimmer ankommt. Bedürfnisse verschwinden, wenn sie gestillt werden, nicht wenn sie ignoriert werden! Bedürfnis ist hier ganz klar: ich will bei Dir schlafen! 
    Wenn ich, um allen den meistmöglichen Schlaf auch garantieren zu können, als faul gelte, dann bin ich gerne faul! Superfaul!!! Aber, so hab ich tagsüber kaum Grund, mich über die Nächte zu beschweren. Klar, tu ich trotzdem, aber eher nach dem Motto "Ich will mal wieder ausschlafen! Und durchschlafen! Und neben dem Papa schlafen!!", aber bis auf das mit dem Mann würde ich genauso sagen, wenn die Jungs bei sich im Zimmer schlafen würden und ich zum Händchen halten oder Getränk reichen rüber müsste.

    Mir ist aber auch wurscht, wenn jemand sagt, dass Familienbett überhaupt gar nix für ihn ist, dass er nicht schlafen kann wenn das Baby neben einem liegt oder dass das Kind nicht schlafen kann neben den Eltern. Gibt es nämlich genauso, dass Babys lieber alleine schlafen, als im Familienbett. So lange man das Kind dann nicht stundenlang schreien lässt allein im eigenen Bettchen, ist für mich alles ok und weder unser Weg noch der andere sind das ultimative Nonplusultra! Jeder so, wie er mag, es am besten klappt und alle am zufriedensten sind! Und vor allem: halbwegs ausreichend Schlaf bekommen.

    PS: Jetzt hab ich mich doch glatt vertan, Familienbettler-Mamas werden gar nicht als faul hingestellt, sondern als "Ich opfere mich auch nachts für meine Kinder auf!", aber das ist genauso Blödsinn. Es ist nämlich viel mehr Pragmatismus und ja, Faulheit, dass ich das sich meldende Kind sofort schnappe und zu uns/mir rüber hole. Denn dann kann ich weiterschlafen und muss nicht händchenhaltend neben dem Kinderbett hocken. Jawohl!



    Zuletzt aktualisiert am 22.01.2015

    Alltag

    Pläne und ihre Umsetzung, meine Kinder sind Saboteure!

    13.1.15

    Wochenende in Bildern? Schon angefangen zu tippen, durch weinendes Kind unterbrochen worden und dann um neun mit eben diesem ins Bett gegangen, statt zu bloggen. 
    12 von 12? Komplett vergessen, bzw. nachmittags erinnert worden, keine Zeit mehr für Fotos und abends nur noch aufs Sofa geworfen. 
    Nachtschlaf? Jaha, etappenweise und zwischendurch immer mal nen Kinderfuß, eine Hand oder ein ganzes Kind im Gesicht...

    Die kleinen Saboteure im Lego-Chaos ^^
    Die kleinen Saboteure im Lego-Chaos ^^

    Gestern Abend bzw Nacht, ich war gerade am eindösen, da schallt es aus dem Kinderzimmer
    "Mama, Mama, Mama, ich will Wasser! Mama! Ich will Wasser Mama Wutz!" 
    Ähm ja, manchmal bzw. oft nennt er mich Mama Wutz. Dann ist Jannes sein Bruder Schorsch und er die Peppa. Frag lieber nicht ^^ 

    Von oben nichts zu hören, Papa bewegt sich also nicht. OK, schnell nach unten flitzen, Becher mit Wasser füllen, wieder nach oben und leise ins Kinderzimmer. Also ich, ich war leise, Bjarne nicht! 
    "Mama, Wasser trinken, den Becher da hinstellen. Ich nehm' mal den Becher blablablabla" 
    Baby fängt an, sich zu räkeln... 
    "Mama, ich will mit rüber kommen!" 
    Bjarne aus dem Bett heben, Bettwäsche unter den Arm stecken, leise los laufen... also ich...
    "Blablabla, mein Nucki, mein Tigger blablabla..." 
    Wir kommen gerade im Schlafzimmer an, da wacht das Baby auf 
    "Rabääääääääääääääääääääääääääääääääääh!" 

    Bjarnes Bettzeug schnell auf die 90cm-Matratze geworfen, die neben der 140cm-Matratze liegt, wieder ins Kinderzimmer, Baby holen. 
    Zwuggel-Bettseite fertig machen, Kind zudecken, Baby in die Mitte, Jannes reibt sich die Augen und rollt sich auf die Seite. 

    "Buääääh, der Baby kommt zu mir, nimm den weg! Der Baby krabbelt mich, der Baby klaut meinen Nucki!" 
    Baby wieder zu mir ziehen... 
    "Mama? Mama? Mama?" 
    "Sei bitte leise, Jannes ist total müde und kann sonst nicht einschlafen... und ich auch nicht!" 
    "Mama? Hier ist Dein Nucki. Und Dein Tigger!" 
    "Ich brauche doch gar keinen Nucki!" 
    "Doch, Du brauchst den Nucki so gerne! Da bitte sehr" 

    "Mama? Mama! Ich will Wasser!" 
    Noch mal Wasser nachfüllen, zurück ins Bett. Jannes sieht den Becher und will auch noch was trinken. Jetzt muss ich mal ins Bad und lass die beiden kurz alleine. Als ich zurückkomme steht Jannes hinter der Tür und kratzt am Glas. Tür auf, Bjarne: 
    "Hier is alles klitschenass!" 
    Handtuch mitnehmen, drei Tropfen Wasser wegwischen, wieder hinlegen. 

    "So hell hier!" 
    "Soll ich dunkler machen?"
    Ich lege ein Kissen über das Nachtlicht. Aus Leuchtblau wird Mitternachts-Neumond-Blauschwarz, Bjarne wird kurz ruhiger, Jannes reibt sich die Augen und gähnt. Es ist 23:irgendwas.

    "Ich will mit unter Deine Decke Mama!" 
    "Das geht aber nicht, da liegt Baby..." 
    "Dooooch", kommt angekrabbelt... "Das geht!"
    Ich lege Jannes auf die rechte Bettseite, also an die Außenkante, Bjarne krabbelt mit unter meine Decke und wir knubbeln uns jetzt auf 140cm. Ich will nur noch schlafen... Bjarne singt. 
    "HuuuuuuuuuuuuuuuUUUUUUUUUuuuuuuuhuuuuuuuuuuuuuiiiiiiiiiiiiii!" 
    Ich schwanke ein bisschen zwischen sauer sein und lachen und kichere ein bisschen und ganz leise vor mich hin. Während ich das große Kind gerade sehr süß aber anstrengend finde, krabbelt das kleine Kind in Richtung Nachtlicht und schubst das Kissen wieder runter. 
    "Ääääääääh, Mama, so hell, mach das dunkel!" 
    Kissen wieder drauf. Das gleiche Spiel noch zwei Mal. 

    Bjarne hat sich endlich zusammengerollt (so halb über meinem Kopf) und Jannes dreht und wendet sich, krabbelt auf mich drauf, wieder runter, findet letztendlich aber doch eine tolle Schlafposition: auf dem Bauch, Kopf auf der Matratze, Füße auf dem Fußboden. Ich verstehe endlich wieder was von meinem Hörspiel, weil keiner singt oder redet oder durch die Bettwäsche raschelt. Alle schlafen ein. 

    RUMMS! 
    Nein, Jannes ist nicht aus dem Bett gefallen (geht eh nicht, Matratzen liegen auf dem Boden), er ist beim Umdrehen mit dem Nachttisch zusammengestoßen. Trösten, Stillen, weiterschlafen. 
    "IIIIIIIIIIIIIIIIIIIiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiih!" 
    Bjarne träumt schlecht und wacht auf. Ich flüstere mit ihm, er redet wie immer SEHR LAUT mit mir und tut kund, dass er jetzt zum Bauern gehen will. Babys Kopf schnellt hoch, er ist wach. Ich möchte kurz losheulen, lasse das dann aber, weil's ja nix bringt. Baby schnappen, zwischen Bjarne und mich legen (gefällt dem großen Sohn natürlich gar nicht, aber ich muss mich mal andersrum hinlegen), Stillen, weiterschlafen. 

    Gefühlte 10 Minuten später: dingelingelingeling, guten Morgen, ich bin's, Dein Wecker, alle aufstehen! 

    Wenn alle schlafen, liebe ich ja unser Teilzeit-Familienbett, aber so? Ach nein, das muss dann doch nicht sein. Heute Nacht dann bitte mit maximal einem Kind, vielen Dank :-) 

    Sonnenaufgang in MG
    Guten Morgen, die Sonne geht auf :-) 

    Zuletzt aktualisiert am 14.01.2015

    Alltag

    Bilanz einer Nacht

    17.11.14

    Der Zwuggel ist 29 Monate und 13 Tage alt. 
    Der Wutz ist 14 Monate und 12 Tage alt

    schlafender Jannes
    Schlafen wo man abgelegt wird, das waren Zeiten :-)


    21:00 
    Der Mann und ich sitzen auf dem Sofa und gucken Warehouse 13. Meine Arme tun weh, weil ich Einkaufstüten durch Düsseldorf geschleppt habe.


    21:15 
    Bjarne wacht auf. Buääääääääääääääääääääääääääääääh! Ich gehe nach oben zum beruhigen, Bjarne wird auch ruhig, dafür wacht Jannes auf... Jannes beruhigen, Bjarne steht auf:
    "Mit rüberkommen, mit rüberkommen, drüben schlafen!"
    Jannes inzwischen:
    "Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiih! Rabäh Rabäh!"
    Ich also schnell wieder nach unten, nen Schluck trinken, dem Mann bescheid sagen, dass ich jetzt mit den Kindern schlafen gehe, Klo, Mann Bettzeug rausgeholt.


    21:20 
    Bjarne aus dem Bett heben, Jannes auf den Arm nehmen, Bjarnes Bettdecke schnappen, Jannes Löwen unter den anderen Arm stopfen, Trinkpulle nehmen, zu dritt ins Schlafzimmer stapfen. Insgeheim bin ich eigentlich ganz froh, so früh ins Bett zu kommen, obwohl ich gerne noch weiter mit dem Mann auf dem Sofa gehockt hätte.


    21:30 
    Bjarne liegt auf Papas Bettseite, Jannes bei mir und wird gestillt. Bjarne fängt an zu quatschen...
    Mama? Mama! Seh gar nix!
    - Du sollst auch schlafen (flüsternd)
    Mama? Dunkel, seh gar nix (Nachtlicht war aber an!)
    Mama? Augen aufmachen!
    - Nee, wir wollen jetzt schlafen!
    Mama? Schaf anmachen!
    Spieluhr wird aufgezogen. 
    Mama! Nochmal!
    - Mach Du mal Bjarne, kannst Du doch!
    Nein, Mama makken
    Spieluhr wird aufgezogen. 
    Mama? Mamaaaaaaaaaa
    - Pssssst, sei mal leise, Baby soll doch schlafen und ich bin auch müde.
    Hmhmhm, Figga, Mama, Figga hat Füsse!
    - Ja, ich weiss, Tigger hat 2 Füße, genau wie Du. Und jetzt schlafen.


    Baby rollt sich weg, Gesicht zu Bjarne, aus Versehen die Füße auf seiner Matratze
    "Naaaaaai, Baby naaaaai, Weggehen, eng!"
    Ich sammel das Baby wieder ein, zum Glück isser wohl richtig müde und bleibt eingekuschelt neben mir liegen. Bjarne wird auch langsam ruhiger und scheint einzuschlafen.


    01:00 
    Mama? Mama! Wack, Bjarne wack... blablablablabla.
    - Leise Bjarne, sonst wacht doch das Baby auf!
    Mama? Baby schlafet, leise sein!
    Baby wacht auf 
    Rabäääääääääääääh!
    Wir sind bis ca 2 Uhr wach... Baby krabbelt durchs Schlafzimmer, spielt mit der Lampe, ich döse ein, werde von nem "Rumms" geweckt, Baby hat irgendwelche noch nicht angeschraubte Leisten vom Schrank angehoben und geräuschvoll auf den Boden krachen lassen. Bjarne ist auch wach und spielt mit Tigger. Baby klaut ihm den Nuckel, ich gebe ihn zurück und laufe ins Kinderzimmer, um einen zweiten zu holen (den er eh nur 2 Minuten nimmt und dann wegwirft). Jannes kommt angekrabbelt und macht Schmatzgeräusche, Stillen, einschlafen


    Zwischendurch wache ich immer wieder auf und prüfe die Lage der Kinder. Beide noch da, keins liegt auf dem anderen, weiterschlafen, aufwachen, Kinder suchen, möglichst geräuscharm umdrehen, Baby zieht mir im Schlaf an den Haaren. Weiterschlafen...


    06:00 
    Mama? Mama! Bjarne wack!
    Baby wacht auf, Schmatzgeräusche, Stillen.
    Mama? Runtergehen! Wo is Papa? Unten schlafet! Runter gehen!


    06:20 
    Wir gehen nach unten, Papa darf noch bis halb acht schlafen. Mittags machen die Jungs einen dreistündigen Mittagsschlaf, war also nicht nur für mich eine anstrengende Nacht ;-)


    Und bei euch so? :-)




    Zuletzt aktualisiert am 21.11.2014.

    Alltag

    "Du Weichei!" - wie man seine Kinder total verweichlicht...

    21.6.14

    Letzte Woche bin ich ein bisschen gestolpert. Nicht über einen Bordstein, sondern über einen Kommentar auf Facebook.
    Gepostet wurde ein Video, in dem es um (frühe) Fremdbetreuung ging und was es für Folgen haben kann (mal ganz grob zusammengefasst). Eine Mutter äußerte sich dann ungefähr so, dass sie der Meinung ist, dass Tragen, Familienbett und Stillen wichtig seien, um trotz Fremdbetreuung noch ganz viel Nähe und Geborgenheit vermitteln zu können, worauf dann eine andere Mutter (?) meinte, dass das zu verweichlichten Kindern führen würde. Dreijährige Kinder, mit denen morgens über die Klamottenwahl diskutiert werden würde, werden dann mit 16 diejenigen, die den Eltern auf der Nase herumtanzen. Sie lebe in der Realität!
    Ups. Ich mache meine Kinder also zu verweichlichten Tyrannen?

    Getragene Kinder werden zu Weicheiern und Tyrannen? Ja sicher...



    Tragen



    Bjarne wurde getragen, bis ich wieder schwanger war, also nur 7 Monate. Danach ging's nur noch für kurze Strecken, weil mir sonst alles weh tat. Jannes wird von mir zu 99% getragen und ist jetzt 9 Monate und 16 Tage alt.

    Für mich ist es einfach toll, mein Kind so nah bei mir zu haben! Er kann viel mehr sehen, als im Kinderwagen, sich einfach wegdrehen, wenn es ihm zu viel wird, sich ankuscheln und wegdösen, wenn er müde ist. Die Hemmschwelle anderer Leute ist bei getragenen Babies auch größer, heisst, keiner grabbelt einfach in den Kinderwagen und kneift das Baby in die Ärmchen.

    Menschenkinder sind Traglinge, keine Lieglinge. Die Form der Wirbelsäule von frischgeschlüpften Babies passt viel besser zum Tragen, als zum Liegen im Kinderwagen.
    Wenn Babies weinen, nimmt man sie hoch und beruhigt sie. Das geht super beim Tragen, man hat dann nämlich auch noch die Hände frei und kann vielleicht noch ein bisschen Haushalt machen (oder sich die Fingernägel schneiden ;-) ). 3 Stunden Tiergarten waren gar kein Problem, Jannes hat sich alles ganz genau angeguckt und gestaunt, im Kinderwagen undenkbar. Da hätte er nie so lange ausgehalten.

    Eine interessante Zusammenfassung findet man z.B. hier, Tragen aus kinderärztlicher Sicht. Oder einfach mal "Tragen" und "Bindung" in eine Suchmaschine eingeben, sehr viele interessante Artikel.


    Familienbett 


    Bjarne und Jannes haben eigene Betten, Bjarne ist relativ früh in seines gezogen, ich glaube so mit 3 Monaten. Ich musste nach 8 Wochen wieder arbeiten gehen und habe alleine im Schlafzimmer geschlafen, der Mann mit Hut mit dem Großen im Kinderzimmer. Das ging prima und Bjarne hat sehr gut in seinem Bett geschlafen. Bis, ja bis, er großer Bruder wurde. Da war das Schlafverhalten so ziemlich im Eimer.
    Ob es auch ohne den Wutz so gekommen wäre, weiss ich nicht, auf jeden Fall fielen die 2 Ereignisse zeitlich zusammen. Bjarne konnte plötzlich nicht mehr schlafen. Wo er früher um 7 ins Bett gefallen ist, kurz den Rücken streicheln, Tigger knuddeln, rumrollen und einschlafen, sass auf einmal ein weinendes Kind im Bett, dass sich auch nicht wieder beruhigen liess. Bis halb 10 oder sogar später sass er teilweise mit im Wohnzimmer, hat sich Bücher angeguckt und ist dann irgendwann auf dem Sofa eingeschlafen.
    Dann kam eine kurze Phase, in der der Papa sich mit ihm ins Bett gelegt und ihn in den Schlaf begleitet hat. Teilweise ein gutes Stück weit, ich hab ihn dann immer schnarchen gehört und um kurz vor 8 geweckt ;-). Später hat er sich dann zum friedlich schlafenden Sohn gekuschelt und seitdem schlafen die beiden die zweite Nachthälfte zusammen im Bett. Einschlafen kann er nämlich inzwischen auch wieder gut in seinem Bett.

    Jannes Bett haben wir erst vor Kurzem aufgebaut und eigentlich auch nur zum Test und als Rausfallschutz, das Bett steht nämlich direkt neben dem Elternbett. Die Wiege war zu klein geworden und mehr als 2 oder 3 Mal hat er eh nicht drin geschlafen, denn er schläft von Anfang an bei mir im Bett. Das ist zum einen pure Faulheit, denn so muss ich nachts nicht aufstehen, ihn aus seinem Bett holen, anlegen, Stillen, wieder in sein Bett legen, in mein Bett zurückkrabbeln, wieder aufstehen und zum Klo tigern, ins Bett, nicht einschlafen können, huch, der Wecker klingelt.
    So muss ich mich nur rumdrehen, Shirt wegziehen, im Liegen Stillen, dabei weiterdösen und wenn er fertig ist einschlafen. Manchmal schlafe ich auch dabei ein und bin morgens halb nackig ;-)
    Wenn ich arbeite, schläft Jannes meistens in seinem eigenen Bett und da wird erstmal ein bisschen gemeckert und dann erst geschlafen. Lege ich mich mit ihm zusammen hin wird gar nicht gemeckert.

    Auch wenn der Mann lieber mal wieder mit mir zusammen im Bett schlafen würde, statt mit einem der Kinder, so wie es jetzt ist, bekommen wir alle den meisten Schlaf. Die Nächte sind hier meistens um 6 Uhr morgens zu Ende und das auch noch mit Unterbrechungen, da muss man nehmen was man kriegen kann!
    Familienbett war also bei uns nie geplant, es hat sich ergeben, aber ich kann es jedem empfehlen! Es ist praktisch, kuschelig, das Baby wärmt schon mal das Bett an, man wird morgens geweckt, weil jemand auf einem rumturnt und nicht, weil jemand weint.

    Und überhaupt, wie war das denn früher? Alle schliefen in einem Raum, meistens auch mehrere in einem Bett, nebendran die Kühe. Seit wann schlafen Kinder eigentlich im eigenen Bett und eigenen Zimmer?
    Familienbett hat positive Effekte auf Neugebordene, z.B. hier nachzulesen. Ob es auch welche auf Teenager hat, weiss ich nicht,  laut diesem Artikel nicht und erst recht keine negativen! Also weder "Der schläft mit 18 noch bei euch" noch "Der wird bestimmt schwul!" (was auch immer daran schlimm sein sollte...) oder "Der wird ein Mamasöhnchen!".


    Stillen 


    Ob Stillen nur mit in die Aufzählung gerutscht ist, weil man die drei Themen ja quasi in einem Atemzug nennt, weiss ich nicht, ich weiss allerdings auch nicht, wieso gestillte Kinder später verweichlichte Terroristen werden sollten. Vielleicht ist hier eher Langzeitstillen gemeint und manchmal glaube ich, jeder, der länger als 6 Monate stillt, wird manchmal schon komisch beäugt.


    Bjarne wurde nicht sehr lange gestillt, nur 10-12 Wochen, eben weil ich wieder arbeiten gegangen bin und ich damals zu doof zum Abpumpen war.
    Jannes wird jetzt seit 9 Monaten gestillt, davon 3 Monate voll, seit Ende Dezember mit Zufüttern und seit Januar teils mit abgepumpter Milch. Nachts stillen wir, zum Einschlafen und zwischendurch, wenn ich zu Hause bin.
    Und auch Bjarne trinkt ab und zu noch abgepumpte Milch. Zur Zeit eher weniger, weil er einfach nicht dabei ist, wenn ich abpumpe, aber als ich angefangen habe, einen Milchvorrat anzulegen, da hat er ganz oft einfach mal das frisch abgepumpte weggetrunken ^^. Direkt an die Quelle wollte er nicht mehr, das hab ich mal auf dem Wickeltisch getestet. Er hat's ja beim kleinen Bruder gesehen und als ich ihn gefragt habe, ob er denn auch mal will, ist er erst mit dem Kopf nach vorn und dann doch wieder zurück und hat "Nee!" gesagt :-). Die Frage wäre eh gewesen, ob er das noch gekonnt hätte nach so einer langen Pause, wahrscheinlich hätte er mich nur gebissen ;-) Aber gedurft hätte er!

    Ich habe absolut kein Problem damit, so lange zu stillen, wie das Kind es möchte. Komisch fände ich allerdings, wenn ich irgendwo sitze, das Kind kommt angelaufen und schiebt meinen Pulli hoch. Das muss nicht sein, aber ich bin eh kein Draussen-Stiller, ich bin dann lieber irgendwo zu Hause und in Ruhe. Und auch davon wird keiner ein Muttersöhnchen oder ein Terrorzwerg, zumindest meiner Meinung nach.
    Und wer langes Stillen komisch findet, der sollte dann doch auch bitte seine Kuhmilch weglassen, die ist nämlich eigentlich für Kälbchen und nicht für erwachsene (!) Menschen.


    Weicheier


    Wie wird man dann also zum Weichei? Oder zum zickenden Teenager?

    Ich kann da vielleicht von mir erzählen, ich war bzw. bin meiner Meinung nach nämlich beides.

    Ein unselbständiges Weichei wird man, wenn man alles abgenommen bekommt. Wenn einem alles vorgesetzt und als Tatsache verkauft wird. Wenn man den Schulranzen gerne in türkis gehabt hätte, man ihn aber in rosa bekommt, man sich die Tapete mit den blauen Wölkchen aussucht, man aber die mit denen in rosa bekommt, man in der zweiten Klasse eine Brille aufsetzen muss, aber nicht die rote nehmen darf, weil man die ja so sieht, sondern eine in (wer hätte das gedacht) rosa, die wäre ja schön unauffällig (weil ja Brille = hässlich, so kam's bei mir an und den ersten Tag in der Schule wollte ich das Ding durch den Klassenraum werfen und drauftreten).
    Wenn man sich mit 7 Jahren noch kein Brot selber schmieren kann, man würde ja zu viel matschen, es dann aber doch endlich mal lernen muss, weil man ja demnächst auf Klassenfahrt fährt.
    Wenn man immer Reiten lernen wollte, stattdessen aber zum Ballet und zum Tennis geschickt wird. Reiten wurde dann abgetan, weil zu teuer. Kein Wunder, Tennis und Tanzen mussten ja bezahlt werden.
    Ich hatte immer das Gefühl, klein zu sein und klein gehalten zu werden und nichts zu können.

    Wird man dann älter, wird einem das irgendwann alles klar und man will da raus. Man will nicht mehr klein sein und man will sich nicht mehr fügen. Man färbt sich die Haare bunt, lässt sich die Ohren mehrfach durchlöchern und die Zunge piercen, obwohl man nicht volljährig ist. Und rennt jeden Tag nach der Schule in den Reitstall, ha!

    Ein Weicheirebell wird man also eher, wenn es NICHT um die Bedürfnisse des Kindes und deren Erfüllung geht. Meine Beispiele sind jetzt mehr oder weniger materiell, aber es geht mir bei ihnen einfach darum, dass meine Meinung und meine Wünsche einfach übergangen wurden, nicht nur bei materiellen Dingen.
    Wenn meine Kinder das Bedürfnis nach Nähe haben, dann bekommen sie sie. Und das dann auch gerne im Familienbett oder beim Tragen. Wenn sie Hunger haben, bekommen sie Essen. Wenn Bjarne lieber das blaue als das rote T-Shirt anziehen möchte, dann bitte, hauptsache er hat überhaupt was an ;-) Ich lasse ihn schon jetzt mitentscheiden in kleinen Dingen. Was möchtest Du auf Dein Brot haben? Welchen Käse? Möchtest Du mit zum Einkaufen kommen?
    Wenn er etwas nicht haben oder machen soll, dann erkläre ich ihm, warum das so ist. Ich übergehe ihn nicht. Ich rede mit ihm. Auch wenn er nur Worte und keine Sätze spricht, mit "Ja" und "Nein" kommt man doch schon sehr weit.
    Er weiss z.B., dass er gegen 7 Uhr ins Bett gehen soll. Das ist nach dem Sandmann oder wenn der kleine Zeiger da unten links ist und der große ganz oben. Natürlich meckert er dann auch mal (der Rebell, is doch noch gar kein Teenager ^^), aber meistens nur kurz, ich erkläre ihm, dass wir morgen wieder früh aufstehen müssen etc. und bleibe bei ihm, bis er sich ins Kissen kuschelt.
    Man merkt deutlich, dass er mit Erklären und Reden besser klar kommt, als wenn Papa mal ein "Jetzt is aber gut, ab ins Bett!" rausrutscht. Dann kann er nämlich auch laut werden und quieken und strampeln, weil er nicht will.



    Vielleicht fallen wir in ein paar Jahren mit unserem Erziehungsansatz auf die Nase, aber ich denke eher nicht. Ich möchte selbständige und selbstbewusste Kinder, und wie bitte sollen sie das werden, wenn ich sie immer unterdrücke? Nein, ich meine nicht, dass Kinder mit eigenem Zimmer, Kinderwagen und Fläschchen unterdrückt sind, ich meine das andere Zitat aus dem Kommentar "Dreijährige Kinder, mit denen morgens über die Klamottenwahl diskutiert werden würde, werden dann mit 16 diejenigen, die den Eltern auf der Nase herumtanzen".
    Es gibt mit Sicherheit Kinder, die Tragen doof finden und lieber im eigenen Bettchen schlafen und wo Stillen einfach nicht geklappt hat. Denen geht's trotzdem super, weil eben auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird und das ist doch das Entscheidende.
    Ja, auch Eltern haben Bedürfnisse, aber die müssen eben, gerade in den ersten Lebensjahren, auch mal ein bisschen hinten anstehen. Ich habe seit über einem Jahr keine einzige Nacht durchgeschlafen, weil ich mit dicker Kugel auch andauernd wach geworden bin nachts, aber dafür hab ich jetzt den Wutz. Und vor ihm den Zwuggel, und das isses wert :-)

    So, ganz schön lang geworden, ich guck jetzt noch ein paar Minuten Fussball und kuschel mich dann zum Wutz ins Bett :-)


    Kinder verwöhnen durch zu viel Nähe? Blödsinn!


    Alltag

    Familienbett mal 2!

    18.10.13

    Der Zwuggel ist 16 Monate und 14 Tage alt. 
    Der Wutz ist 6 Wochen und einen Tag alt. 

    Man mag es kaum glauben: beide Jungs schlafen!

    Wir haben getestet und die im Moment für uns beste Lösung gefunden. Der Zwuggel schläft nicht mehr in seinem Bett, sondern mit dem Papa auf dem Schlafsofa im Kinderzimmer. Der Wutz pennt ja sowieso mit mir zusammen im Schlafzimmer, damit der Mann mit Hut nicht bei jedem Stillen geweckt wird. So ist zumindest ein Elternteil ausgeschlafen (zumindest in der Theorie).

    Wenn Bjarne nicht einschlafen wollte, hat der Mann ihn sowieso immer direkt mit zu sich ins Bett genommen und nach kurzem Meckern und "Mama?" hat er sich sofort eingerollt, angekuschelt und geschlafen.
    An diesen laaaaangen Abenden hab ich auch mal versucht, mich mit ihm hinzulegen. Klappte nicht, der kleine Mann hat sich zwar kurz hingelegt, ist dann aber über mich drüber gekrabbelt und aus dem Bett geklettert. Wahrscheinlich, weil ich mich AUF die Bettdecke gelegt habe und nicht drunter, das hat er sofort durchschaut. Der Mann macht's schlauer, legt sich unter die Bettdecke, Brille ab und wartet, bis Bjarne eingeschlafen ist. Die Kunst ist, dabei nicht selber einzuschlafen!

    Jannes schläft ja eh noch viele viele Stunden am Tag, tagsüber meistens auf dem Sofa neben mir oder im Tragetuch, nachts wie gesagt bei mir im Bett. Und es ist so schön! Wenn er meckert kann ich ihn sofort beruhigen, schuckeln, stillen, je nach Bedarf. Babygeschrei haben wir hier eigentlich gar nicht, weil es einfach nicht so weit kommt und wir eben schnell reagieren, wenn ihm was nicht passt.

    Wir haben also jetzt zwei Familienbetten und ich bin echt versucht, den Nähtisch rauszuschmeissen und eine zweite einsvierzig Matratze zu kaufen und ein zweimeterachzig Matratzenlager zu basteln, damit auch der Mann und ich mal wieder im selben Zimmer schlafen können und dabei trotzdem noch genug Platz für uns und die Jungs haben.




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