Vom Kugelfisch mit Baby im Bauch zur Working-Mom mit dem Zwuggel (06/12) und dem Wutz (09/13) an der Hand.

Unser alltäglicher Wahnsinn zu viert!

18. Dezember 2013

Kühlschrank-Odyssee, Teil I

Oder: wie unser Weihnachtsgeschenk immer teurer und teurer wurde.

Weihnachten 2013, wir beschliessen, dass wir uns selbst einen neuen Kühlschrank schenken. Mit 2 Kindern braucht man einfach mehr Platz, vor allem zum Einfrieren. Die Gefrierfächer vom alten Kühlschrank, den ich übrigens mit meiner ersten Ganz-Alleine-Wohnung in Hannover übernommen habe, also schon sackalt, waren am überquellen. Teilweise war gar kein Platz mehr für all das Eis, die Tiefkühl-Pizza neues Gefriergemüse. Und Gemüse ist gesund, also wichtig!

Altes Kühlschrankmonster
Altes Kühlschrankmonster

Seit wir uns vor ein paar Jahren dazu entschlossen haben, eine Wand in der Küche dunkelrot zu streichen, wollte ich auch einen roten Kühlschrank dazu haben. Ausgesucht war der schnell und nachdem letzte Woche der Elterngeld-Bescheid ins Haus geflattert ist, durfte ich am Wochenende bestellen, juhu!
Lieferung am 18.12. zwischen 10:00 und 14:00 und oh wunder, um 11:00 stehe ich mit Handtuch auf dem Kopf im Wohnzimmer und sehe den Hermes-Wagen um die Ecke biegen! Läuft!

Der neue Kühlschrank wird in die Küche getragen, die Hermes-Menschen gehen wieder raus, alle winken fröhlich und wünschen schöne Feiertage. Zurück in die Küche, den Kühlschrank-Stellplatz sauber gemacht und dann los, das neue Ungetüm an den richtigen Platz rücken. Das klappte prima, ich hab gezogen, der Mann hat geschoben. Bis ich dann sagte
"Noch ein Stückchen zu Dir!"
und vom Mann nur ein
"Waaaaas???" kam.
Da war nämlich Sense, er ist zu breit für die Lücke.

Der geneigte Leser mag sich jetzt fragen, ob wir das denn nicht ausgemessen hätten. Nein, haben wir nicht. Während des Bestellvorgangs fragte ich den Mann, ob wir das denn nicht noch mal eben machen wollen.
"Nöö, das passt!"kam als Antwort.
Ok, wenn das so ist, dann drück ich jetzt den Bestell-Knopp. Klick. Honigkuchenpferdegrinsen und auf den neuen Kühlschrank gefreut.

Da standen wir also und haben überlegt, was wir denn jetzt machen.
Umtauschen? Nein, den wollte ich jetzt schon so ewig haben, der bleibt hier!
Umräumen? Jawoll, muss wohl!
Uns fehlen ganze 1,5cm Platz, dann passt es. Heisst: Oberschrank und alle Regale müssen ein Stückchen nach rechts rutschen. Der Unterschrank muss ausgetauscht werden gegen einen schmaleren. Die Arbeitsplatte muss gekürzt werden.
Zum Glück ist das ein Stück Arbeitsplatte ohne Herd oder Waschbecken. Also einfach abschrauben, kürzen, wieder drauf. Den Unterschrank gibt es nur 10cm kürzer als den jetzigen, mal sehen, wie das dann aussieht müssen wir uns dann mal angucken.

Damit wir das auch noch in diesem Jahr schaffen, bin ich nachmittags dann direkt noch mal in den Baumarkt gedüst um eine ordentliche Bohrmaschine zu besorgen, fröhliche Weihnachten Tschatz!
Und: ich komme noch mal zu Ikea, juhu, da war ich auch viel zu selten 2013 :-)

Jetzt stehen die beiden einträchtig nebeneinander in der Küche, Essen können wir da im Moment nicht. Schöne Bescherung ;-)

Großer vs. kleiner Bruder
Großer vs. kleiner Bruder
…to be continued.

17. Dezember 2013

Ohje, ich wachse: Die Schub-Theorie

Wenn ein Baby in den ersten Lebensmonaten mal extrem anstrengend ist und man anderen sein Leid klagt, dann kommen meistens 3 mögliche Antworten vom Gegenüber:

1. In den ersten Wochen: 
"Sicherlich Bauchweh!" 

2. In den ersten Monaten: 
"Sicher Zahneinschuss/Zahnen!" 

3. Im ganzen ersten Jahr, wenn 1 und 2 nicht infrage kommen: 
"Sicher ein Wachstumsschub!" 

Zu Punkt 3 gibt es ein Buch, etliche Seiten im Netz und sogar eine App. Und ganz ehrlich? Ich glaub trotzdem nicht dran! 

Ich glaube schon, dass sich die gesamte Entwicklung in Sprüngen oder Schüben abspielt. Montag nichts und Dienstag das erste Lächeln, Ende Mai rumliegen wie eine Schildkröte auf dem Rücken, Anfang Juni die erste Drehung. 
Aber ich glaube nicht, dass sich Kinder an einen genauen Zeitplan halten.
Eine bestimmte Reihenfolge gibt es bei den meisten Fertigkeiten, z.B. nach dem Spielzeug schlagen, greifen, in den Mund stecken, befühlen und angucken, aber eben nicht in Woche 12, in Woche 19 und so weiter. Zumindest kann ich auch beim zweiten Kind kein Kreuzchen im Schübe-Kalender machen. 
Ich kann nichtmal behaupten, dass eins der Kinder zu den genannten Zeiten extrem quakig war oder ist, die sind beide jeden Tag anders und da kann dann eben auch mal ein schlechter Tag dabei sein. Vielleicht hab ich auch einfach nur Glück gehabt.

Ich verstehe aber dieses Suchen nach Gründen, wenn es eben keinen offensichtlichen Auslöser wie zum Beispiel Bauch- oder Zahnschmerzen gibt, sowieso nicht. Wenn das Kind gesund ist und auch sonst alles in Ordnung sein müsste, also Windel trocken, nicht zu warm oder zu kalt, Magen voll, wieso darf es dann nicht einfach mal schlecht drauf sein? Und was bringt es einem, das Ganze durch einen Wachstumsschub zu erklären? Also mir nichts. 

Wir können leider noch nicht fragen, was denn so schlimm ist, dass es abends weint und wir können auch leider nicht nachvollziehen, was das Baby am Tag vielleicht Spannendes/Erschreckendes/Neues gesehen hat und jetzt eben verarbeitet. Das kann auch etwas ganz banales gewesen sein, für so einen kleinen Menschen ist doch noch alles neu.

Und was macht man, wenn der Zeitpunkt fürs Quakigsein nicht mit der Liste übereinstimmt? Dafür lässt das Buch (ja, ich habe es und ich habe es auch bis zur Hälfte gelesen ^^) einem noch schön Spielraum, weil jeder Schub auch mal ne Woche oder zwei eher starten oder enden kann. Praktisch, oder? Und wenn der Wachstumsschub vermeintlich vorbei ist und dann kommt doch wieder ein Schrei-Tag? Ach, doch noch nicht vorbei, passt schon.
Und wenn's gar nicht passt, dann sind's eben doch Bauchschmerzen. ;-)


Ohje ich wachse - Kritik an der Theorie der Wachstumsschübe
Kann inzwischen greifen, ganz ohne Schub ;-)

Was ich eigentlich sagen will: ich mag keinen Zeitplan für mein Kind. Ich mag nicht nachrechnen, wie alt es ist um dann in ein Buch zu gucken um herauszusuchen, wann es denn die nächste schwierige Phase hat oder die aktuelle vorbei sein soll. Denn das sind es doch, Phasen!
Wie oft hab ich hier schon gefragt, wer das gutschlafende große Kind kaputt gemacht hat, wenn er hier abends bis um 11 rumgesprungen ist? Und jetzt? Läuft's wieder! Die Klammer-Zeit ist auch vorbei und die nächste Phase kommt mit Sicherheit demnächst um die Ecke.
Und: meine Kinder dürfen auch mal schlechte Laune haben! Hab ich schliesslich auch, ohne dass es nen besonderen oder von Dritten nachvollziehbaren Grund gibt. Und so lange die Kinder sich verbal nicht äußern können, sind sie eben zickig oder weinen mehr, als sonst. Oder essen mehr oder weniger oder können nicht schlafen. Oder oder oder!

Am einleuchtendsten finde ich deswegen eher den Satz "Das ganze erste Lebensjahr ist ein Wachstumsschub!" und Entwicklungskalender wie diesen hier *klick* (trotzdem auch auf dieser Seite die 8 Wachstumssprünge…) . Eben nicht "Um Woche x ist das Kind anstrengend und danach kann es Lächeln/Sitzen/Handstand".
Und ansonsten: immer schön das Mami-Mantra aufsagen :-)

Zuletzt aktualisiert am 21.03.2017
7. Dezember 2013

Baby-led Weaning: ein Erfahrungsbericht

Der Zwuggel ist 18 Monate und 2 Tage alt. 

Vor ziemlich genau einem Jahr, also mit 6 Monaten, haben wir beim Großen mit BLW, baby-led weaning, angefangen. Wer nicht genau weiss, was das ist: klick, hier geht's zum Schnellkurs.

Angefangen haben wir mit Banane und Birne, im Mund gelandet ist jeweils nur sehr wenig. Wir hatten es uns mit dem Zwuggel gemütlich gemacht, ihm Obst aufgeschnitten und gewartet, was passiert. Erstmal war das gar nix… er hat interessiert geguckt und das war's. Dann hat er irgendwann mal ein Stück Obst genommen, angeguckt, angelutscht, fallen gelassen, noch eins, gleiches Spiel, später mal ein Stück Banane abbekommen, angeekelt wieder rausgeschoben, Stück Birne abgelutscht, lecker, runtergeschluckt. Juhu, das erste feste Essen ist im Zwuggel gelandet!

Danach ging es weiter mit Gemüse pur, einem Stück Brot zum Lutschen und dann auch mal was fertig gekauftem:  Dinkelstangen. Ich lag auf dem Sofa, Beine angewinkelt und Bjarne dagegen gelehnt, er konnte ja noch nicht (frei) sitzen. Dinkelstange geschnappt, in den Mund, Kauleiste drauf und das ganze Ding ist zersplittert und zerbröselt und wurde deswegen Kaninchenfutter. Ungeeignet, wenn man gerade erst mit dem Essen anfängt.
Was sehr gut ging waren dagegen Hirsekringel und Reiswaffeln, weil er die komplett einsabbern und im Mund zermatschen konnte. (Reiswaffeln gab es nur selten mal eine, wegen der Arsen-Belastung)

So haben wir angefangen und sehr bald sind wir dann dazu übergegangen, ihm einfach von unserem eigenen Essen abzugeben und nicht mehr extra Zeug zu schnippeln. Deswegen hat er auch im zarten Alter von sechseinhalb Monaten schon das komplette Weihnachtsmenü probiert: Roulade, Klöße und Brokkoli.


Und heute? 

Bjarne isst ALLES! Wirklich alles. Zumindest probiert er und bei Nichtgefallen fliegt dann eben der Teller durch die Küche. Bisher kann man aber eigentlich noch nicht sagen, dass er irgendwas absolut nicht mag.

Zum Frühstück gibt es meistens Toast.
Er sucht selber aus, was drauf soll und seit kurzem will er auch selber sein Brot schmieren. Ich helfe ihm natürlich, sonst landet zu viel daneben... Dann das Brot in kleinere Stückchen schneiden und essen. Oft isst er auch den Belag zuerst und dann das trockene Brot hinterher (oder das Brot lernt fliegen, kann auch schon mal vorkommen).

Am Anfang haben wir ihm Toast und Brot in mundgerechte Happen geschnitten, so dass er nur danach greifen und sie sich in den Mund stecken musste. Je nachdem, was drauf ist (Marmelade, Frischkäse), machen wir das auch jetzt noch (weil wir faul sind und nicht alle 2 Wochen renovieren möchten ^^). Wurst und Käse wird nur halbiert oder geviertelt, je nachdem, wie groß die Scheibe Brot ist.
Auch Bratwurst oder Fischstäbchen zerteilen wir, damit er mit der Gabel oder den Händen essen kann. Aber es wird nichts zermatscht, verrührt, püriert oder mit einer Gabel zerdrückt. Alles bleibt für sich erkenn- und schmeckbar. Wenn Montag Karotten doof schmecken, bleiben die eben liegen. Dienstag können die schon wieder superlecker sein. So isst er dann von den anderen Sachen auf dem Teller, bis er satt ist und lässt nicht komplett alles liegen, weil eben alles nach doofer Karotte schmeckt.

Wenn wir warm essen isst er ganz normal mit.
Favoriten wie wohl bei den meisten Kindern sind Nudeln, Fischstäbchen und Würstchen. Er benutzt schon lange Besteck, mal mehr, mal weniger erfolgreich, aber es geht wirklich schon sehr gut.
Sogar Suppe klappt prima, oder Yoghurt. Dabei wird's nur meistens sehr… ähm ja… bunt und klebrig in der Küche. Vor allem, wenn er großen Hunger hat und schaufelt. Dann geht der Mund nen Tick zu früh zu und die Hälfte vom Yoghurt ist noch draussen. Deswegen habe ich dann einen zweiten Löffel in der Hand und fange alles so gut es geht auf und geb ihm den Löffel zum Ablutschen. Sobald er satter ist und langsamer isst, geht's deutlich besser.

Das war im September (15 Monate alt), Kürbissuppe bzw. Kürbisbrot, weil Bjarne beschlossen hat, einen Teil der Suppe auf eine Scheibe Toastbrot (und den Tisch) zu schmieren ^^

Kürbissuppen-Zwuggel
Kürbissuppen-Zwuggel

An den meisten Tagen isst er prima, probiert alles, fischt sich das Beste vom Teller, weiss genau, was was ist und wo Würstchen, Babybel und Waffeln liegen, sucht sich beim Bäcker ein Brötchen aus, will beim Tischdecken helfen, legt sich selber Sachen auf sein Brot, besteht auf eigenes Besteck, will beim Kochen helfen und wenn er nur auf seinem Tritt daneben steht und ab und zu ein Stück Paprika nascht.
Ich weiss nicht, ob heute etwas anders wäre, wenn wir ihn nur mit Brei gefüttert hätten, aber es macht meistens sehr viel Spass mit ihm zu essen.
Nicht so spassig ist es, wenn er sich erst Frischkäse aussucht, dann das Brot aber nicht essen will und stattdessen auf die Wurst zeigt und schreit, weil er jetzt doch lieber eben die olle Wurst essen möchte. Oder wenn er das gleiche auf dem Teller hat, wie wir, aber doch lieber von unserem Teller essen möchte und seinen, natürlich voll beladenen Teller, vom Tisch fegt. Essen vom Tisch werfen ist nach Lätzchen-Abmachen übrigens das internationale Zeichen für "Ich bin fertig mit essen und möchte jetzt spielen gehen!"


Was klappt also gut und was eher schlecht?

  • Brot in kleine Häppchen schneiden und vor's Kind legen. Wir mussten einzelne Happen hinlegen, weil er sonst entweder 5 auf einmal in den Mund gestopft oder die restlichen vom Tisch geworfen hat. 
  • nicht zu viel Auswahl hinlegen, sondern nachlegen, was schmeckt
  • Spirelli, Penne, Fussili kann man prima greifen oder mit der Gabel aufpieksen
  • sämige Suppen mit Stückchen können relativ früh mit dem Löffel gegessen werden
  • Eislöffel sind prima zum üben, weil sie so schön kurz sind (aber Vorsicht, die zersplittern, wenn draufgebissen wird)
  • Kindermüsli macht Yoghurt schön dick und klebrig, flutscht dann nicht mehr so leicht vom Löffel
  • Weintrauben durchschneiden (oder selber ein Stück abbeissen), damit das Kind sich nicht verschluckt
  • alles, was Pommesform hat, kann sehr früh allein gehalten und gegessen werden. Die Sachen dürfen nur nicht zu weich sein (Banane, reife Avocado), weil sie sonst zerquetscht werden und fallen gelassen werden
  • Obst geht immer. Lieblingssorten: Mango, Apfel, Banane (allerdings erst später, am Anfang iiih!), Birne, Erdbeere, Pflaume, Weintrauben, Mandarinen
  • für harte, splitterige Sachen wie z.B. Dinkelstangen muss das mit dem Essen schon etwas besser klappen, eignen sich nicht für den Anfang
  • rohe Karotten sind auch noch nix, da muss man zu viel kauen
  • für unterwegs Hirsekringel, Obst- oder Gemüseschnitze, mal nen Keks (sehr beliebt beim Zwuggel und beim Mann: Löffelkeks), Brötchen, Quetschobst
  • nicht von den Altersangaben auf den Sachen verwirren lassen! Bei Breikindern passt das schon, aber z.B. die Kringel oder Getreidewaffeln kann man schon von Anfang an geben, also ca. mit 6 Monaten

Mal sehen, wie wir es beim Wutz machen oder ob der ein BLW-Verweigerer wird, soll's ja auch geben.
Was wir auf jeden Fall beibehalten werden: alles ganz entspannt angehen, Essen soll Spass machen und keinen Stress!


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