Vom Kugelfisch mit Baby im Bauch zur Working-Mom mit dem Zwuggel (06/12) und dem Wutz (09/13) an der Hand.

Unser alltäglicher Wahnsinn zu viert!

5. Juli 2014

25 Monate Zwuggeljunge, 10 Monate Wutzebaby

Der Zwuggel ist 25 Monate und einen Tag alt. 
Der Wutz ist 10 Monate alt.

25 Monate Zwuggel 



Das Wichtigste zu berichten in diesem Monat ist ganz klar das Sprechen. es wird immer mehr, inzwischen auch Verben und viele einzelne Worte hintereinander. "Da, Mama, Wau, kucke!" Ist das dann schon ein Satz? ^^

Meistens versteht man ihn sehr gut, vor allem, wenn man weiss, dass ein S bei ihm meistens ein K ist. Aus "Fast" wird ein "Fak!". Und ja, er meint wirklich fast, nicht das andere, was man jetzt vielleicht denken könnte, das sagt hier nämlich keiner (zumindest nicht vor 19:00, wenn die Kinder im Bett sind, hust).
Ein Eis ist ein Eik, ein Elch ein Elk.
Sich selber bezeichnet er meistens mit Gu, also Du. Dass er dann Ich sagen soll, versuchen wir ihm gerade zu erklären. Aus Bjarne wird Bjaga, immerhin ein Anfang :-)

Seit ein paar Tagen will er sein Brot "Selba" schmieren und das darf er natürlich auch. Zwischendurch schmiere ich dann mit ihm zusammen indem ich meine Hand auf seine lege und zeige ihm, wie er das Messer ein bisschen schräg halten soll, um alles gut zu verteilen. Dann schneidet er das Brot durch und mampft es ganz stolz. Dem Bebi schmiert er auch ordentlich Frischkäse aufs Brot und ab und zu futtert er ihm die Stückchen auch weg.
Essen ist grad allerdings ein bisschen komisch. Eigentlich isst er nach wie vor alles, aber auf einmal schmecken ihm Sachen nicht, die er vor 3 Tagen noch mochte. Dann beugt er sich über den Tisch, macht den Mund auf und lässt es rausplumpsen. Lecker. Dass der erste Haps nicht geschmeckt hat, hindert ihn aber nicht daran, auch ein zweites Mal abzubeissen und das gleiche Spiel zu wiederholen. Am Besten klappt es, wenn man gar nicht so genau hinguckt, was er da so macht. Wenn man ihn in Ruhe alleine seinen Yoghurt löffeln lässt, sein Gemüse aufpieksen oder Sauce mit den Fingern essen lässt. Sobald er sich beobachtet fühlt oder man zu viel helfen will, matscht er rum oder spuckt (ach nein, nicht spucken, vorbeugen, Mund auf, "Ääääääh" machen und warten, dass es raus fällt ^^) ab und an was auf den Tisch.

Er spielt immer mehr mit anderen Kindern, statt nur neben ihnen zu spielen. Ball hin und her werfen, Fussball, mit Kreide auf der Strasse malen, mit Jannes durch die ganze Wohnung krabbeln und auch "richtigen" Spiele werden gespielt. Er klettert alleine auf die kleine Rutsche und düst auf der anderen Seite wieder runter, schaukelt ganz hoch und will am liebsten noch höher. Vorgestern wollte er dann auf die große Rutsche, aber das haben wir mal noch gelassen. Der Übergang von Kletter- zu Rutschteil ist nämlich ein Loch. Also da ist nix, keine Plattform, gar nix. Heisst also, ich müsste mit hochklettern und der Mann mit Hut am besten noch von unten auffangbereit dastehen. Neeeeee… dann setz ich ihn lieber auf die Rutsche und schiebe ihn sitzend so weit hoch, wie es geht.

Spielplatz-Zwuggel
Spielplatz-Zwuggel


Am liebsten würde ich gerade die Zeit anhalten, weil sie so spannend ist! Er kann schon so viel und wird so schnell groß, das muss aufhören ;-)


10 Monate Wutz



Aus Robben und ab und zu mal Krabbeln ist Highspeed-Krabbeln geworden. So schnell kann man gar nicht gucken, wie Jannes vom Wohnzimmer in die Küche zu seiner geliebten Yucca krabbelt. Angekommen wird erstmal großzügig Blumenerde auf dem Boden verteilt. Juhu.

Er krabbelt fröhlich durch die Gegend und wenn ihn etwas interessiert, hält er an und zieht sich daran hoch, steht, guckt in der Gegend rum und oft fängt er dann schrill an zu Quietschen, weil er alleine nicht runter kommt. Kommt er eigentlich schon, aber ihm fehlt wohl noch die Routine, da ruft man lieber das Personal die Eltern zur Hilfe.

Dadurch, dass er motorisch gerade so viel lernt und übt und ausprobiert, bleibt das Sprechen etwas auf der Strecke. Kein Babababa oder Mamama mehr zur Zeit. Macht nix, dafür kann er tolle Spuckebläschen machen und mir auf den nackten Oberarm prusten und Pupsgeräusche machen. Hat auch was ^^

Er fremdelt kein bisschen und hat auch kein Problem damit, auf dem Spielplatz mal alleine ne Runde zu drehen. Der dreht sich nicht mal um, der krabbelt einfach weg. Wenn er zu ner anderen Mama oder ihrer Tasche krabbelt, rufe ich immer "Handys und Portemonnaies Jannes, wie besprochen!". Irgendwie finden die das aber oft gar nicht lustig ;-)

Spielplatz-Krabbel-Wutz

Es ist immer noch etwas anstrengend im Moment, weil er immer noch mehr will, als er schon kann. Am liebsten würde er denke ich einfach aufstehen und loslaufen, wie der große Bruder. Der ist eh der Tollste! Wenn Bjarne lacht, lacht Jannes mit. Wenn er weint, weint er mit. Wenn Bjarne durchs Wohnzimmer krabbelt, krabbelt Jannes hinterher und wenn sie auf dem Boden spielen, wird wild übereinander her gekrabbelt und sich am großen Bruder hochgezogen.

Demnächst werden die beiden wohl in ein gemeinsames Zimmer ziehen, wahrscheinlich im September, denn da habe ich Urlaub. Falls das doch nicht so gut klappt und wir schlaflose Nächte haben. Und dann ist der Wutz auch schon ein ganzes Jahr alt. Mein kleiner Babyjunge, hach! Vor einem Jahr habe ich mich gerade die letzten Tage bei Bullenhitze zur Arbeit geschleppt, 26 Tage vorm Mutterschutz. Und jetzt steht das Baby schon an einer Hand abgestützt in der Wohnung rum, so schnell geht das :-)

Meine zwei 



28. Juni 2014

Ein Tag im Hause Kugelfisch

Bjarne ist 2 Jahre und 24 Tage alt. 
Jannes ist 9 Monate und 23 Tage alt. 

06:00 Bjarne wacht auf

06:30 Bjarne hat den Papa so lange geknuddelt und getreten (ganz sanft), dass dieser endlich aufsteht und mit ihm ins Wohnzimmer geht

07:00 Ori wacht auf und hört großes Kind und Papa im Wohnzimmer

07:05 Da Papa nicht ins Schlafzimmer kommt, um das Baby zu holen, stehen Ori und das Baby auf (dabei hätte die Ori soso gerne mal bis um 8 geschlafen ;-) )

07:30 Frühstücken. Jannes schmeisst Brotstückchen auf den Boden und isst auch ein bisschen was. Bjarne klaut Jannes' geschmierte Brotstückchen vom Brettchen. Papa beschwert sich, dass Mama die falsche Wurst gekauft hat.

08:00 Jannes bekommt noch ein Fläschchen

08:30 Alle anziehen, wir fahren heute einkaufen!
Jannes darf heute zum ersten Mal oben im Einkaufswagen sitzen, das ist viel spannender! Allerdings würde er lieber in Fahrtrichtung sitzen, da sieht man ja noch mehr! Also setzt er sich quer und lässt lässig einen Arm über die "Rückenlehne" baumeln ^^

Lässiges Kerlchen
Lässiges Kerlchen

09:30 Wieder zu Hause, alles wegpacken, spielen. Der Vorteil an kleinen Kindern? Man hat zu einer Uhrzeit, zu der man sonst gerade mal aufgestanden wäre, schon alles fertig ;-)

10:30 Jannes bekommt Hunger, Bjarne auch, also essen wir erstmal lecker Yoghurt. Bjarne findet den von Jannes scheinbar besser und klaut immer mal wieder. Jannes mag nicht mehr und Bjarne ist beide Yoghurts auf.  20% Yoghurt werden im Gesicht, auf dem Tisch und den Klamotten verteilt. Zum Nachtisch einen kleinen Keks.

11:00 Ich pule Jannes ein bisschen Keks aus den Haaren und dem Ohr…

11:30 Jannes bekommt ein Fläschchen.
Danach gucken wir Muppets auf Youtube, Jannes fallen die Augen zu.

11:45 Jetzt schnell dunkel machen, Schlafsäcke suchen, bloß nicht den Zeitpunkt verpassen und Jannes wieder munter machen. Papa bringt Bjarne ins Bett, der Jannes kommt mit mir mit und wir kuscheln uns ins große Bett. Stillen, einschlafen, Blödsinn träumen. (also ich, was der Jannes so träumt, weiss ich leider nicht ^^ Jürgen Vogel und Till Schweiger kamen vor, ausserdem ein Strand und Sandburgen bauen o.O)

15:00 Wir wachen auf. Wahnsinn, 3 Stunden geschlafen! Danke Jannes, nach den letzten Nächten eine Wohltat :-)

15:30 Wir trinken Kaffee und essen Hoko-Keke. Also Kekse mit Schokostückchen ;-) Heute regnet es, wir gehen nicht auf den Spielplatz. Trotzdem den Bjarne anziehen, denn wir müssen noch mal in die Stadt, weil wir noch einen 10%-Coupon von Rossmann haben, der am Montag verfällt.

Mit Schirm und Charme, aber ohne Melone ^^
Mit Schirm und Charme, aber ohne Melone ^^


16:30 Wir sind halbwegs trocken angekommen.
Jetzt erstmal überlegen, ob wir einen Einkaufswagen nehmen und den Kinderwagen am Eingang lassen, oder ob wir Körbchen nehmen. Wir entscheiden uns für 2 Körbchen. Bjarne zuckelt mit seinem los und darf losshoppen, ich stelle meinen in den Wagen und schmeisse die schwereren Sachen bei mir rein. Bjarne interessiert sich sehr für ein pinkes Deo, Shampoo mit Vitaminen, neon-pinke Haargummis und Früchteriegel. Wir nehmen einen Riegel und packen die anderen Sachen wieder weg.
Am Schminkregal testen wir Lidschatten auf meinem Arm, ich bin dann mal ganz blau-gestreift. Diverse Kekse, Baby-Wattepads, 2 Pakete Windeln, vegetarischer Brotaufstrich, Zahnbürsten und anderes Zeug wandern in unsere Körbchen. Unter anderem auch ein Baby-Striegel ^^ Kennt ihr diese Tangle Teezer Bürste? Die soll ja ganz supertoll sein, aber  € 15 fand ich ganz schön viel. Bjarne hat dann heute die Billigvariante gefunden. Soll eigentlich eine Massagebürste sein und sieht wirklich aus wie ein Striegel für Pferde. Funktioniert einwandfrei und hat nur nen Euro gekostet :-)

16:50 Wir versuchen den Einkauf im alibimäßig (nämlich als Packesel) mitgeschleppten Buggy zu verstauen. Die Pampers werden mit dem Verdeck gesichert, eine riesige Tüte an die Griffe gehängt. Die Tüte ist so schwer, dass der Kinderwagen im Bus fast umkippt.

"Shopping"-Ausbeute
"Shopping"-Ausbeute


17:30 Alles ausgepackt und verstaut, Papa hat in der Zwischenzeit zu Hause aufgeräumt, Badewasser fertig machen.
Jannes in die Wanne. Bjarne schüttet mir derweil Wasser über den Kopf.
Jannes raus, eincremen, Schlafanzug anziehen.
Bjarne in die Wanne. Jannes spielt derweil mit Papa. Wir versuchen, die Haare nur mit dem Waschlappen zu waschen. Nachdem sie leicht feucht sind und mir ein Nasser-Hund-Geruch in die Nase steigt, beschließe ich doch Shampoo zu benutzen.
Bjarne findet das gar nicht witzig, denn er hasst Haare ausspülen. Gemeinsam mit dem Mann bekommen wir das dann aber doch ganz gut hin und der Zwuggel riecht jetzt lecker nach Babyshampoo. Trotzdem will er jetzt raus aus der Wanne, nicht, dass wir eventuell noch mal mit Wasser an sein Gesicht kommen.

18:30 Abendbrot essen. Ausnahmsweise gibt's Fertigfrass ein leckeres Kindermenü, Paella. Die Kinder teilen sich einen Teller mit mir, ich darf nämlich die Reste essen und finde das sogar lecker. Danach noch ein Fläschchen fürs Baby. Bjarne entscheidet sich für iPad statt vorlesen und so starten wir um 7 den ersten Baby-ins-Bett-bring-Versuch.

19:05 Versuch gescheitert… -.-

19:30 Bjarne ins Bett bringen, Lied singen und Rücken streicheln. Heute singen wir Jingle Bells ^^

19:45 Jannes ins Bett, will nicht schlafen, ins Gitterbett, Jannes turnt rum, stellt sich ans Gitter, spielt, meckert, noch mal Einschlafstillen… Juhu, Baby schläft ein.

20:20 Pizza ist fertig, aufs Sofa, Feierabend (hoffentlich ;-) )

21. Juni 2014

"Du Weichei!" - wie man seine Kinder total verweichlicht...

Letzte Woche bin ich ein bisschen gestolpert. Nicht über einen Bordstein, sondern über einen Kommentar auf Facebook.
Gepostet wurde ein Video, in dem es um (frühe) Fremdbetreuung ging und was es für Folgen haben kann (mal ganz grob zusammengefasst). Eine Mutter äußerte sich dann ungefähr so, dass sie der Meinung ist, dass Tragen, Familienbett und Stillen wichtig seien, um trotz Fremdbetreuung noch ganz viel Nähe und Geborgenheit vermitteln zu können, worauf dann eine andere Mutter (?) meinte, dass das zu verweichlichten Kindern führen würde. Dreijährige Kinder, mit denen morgens über die Klamottenwahl diskutiert werden würde, werden dann mit 16 diejenigen, die den Eltern auf der Nase herumtanzen. Sie lebe in der Realität!
Ups. Ich mache meine Kinder also zu verweichlichten Tyrannen?

Getragene Kinder werden zu Weicheiern und Tyrannen? Ja sicher...



Tragen



Bjarne wurde getragen, bis ich wieder schwanger war, also nur 7 Monate. Danach ging's nur noch für kurze Strecken, weil mir sonst alles weh tat. Jannes wird von mir zu 99% getragen und ist jetzt 9 Monate und 16 Tage alt.

Für mich ist es einfach toll, mein Kind so nah bei mir zu haben! Er kann viel mehr sehen, als im Kinderwagen, sich einfach wegdrehen, wenn es ihm zu viel wird, sich ankuscheln und wegdösen, wenn er müde ist. Die Hemmschwelle anderer Leute ist bei getragenen Babies auch größer, heisst, keiner grabbelt einfach in den Kinderwagen und kneift das Baby in die Ärmchen.

Menschenkinder sind Traglinge, keine Lieglinge. Die Form der Wirbelsäule von frischgeschlüpften Babies passt viel besser zum Tragen, als zum Liegen im Kinderwagen.
Wenn Babies weinen, nimmt man sie hoch und beruhigt sie. Das geht super beim Tragen, man hat dann nämlich auch noch die Hände frei und kann vielleicht noch ein bisschen Haushalt machen (oder sich die Fingernägel schneiden ;-) ). 3 Stunden Tiergarten waren gar kein Problem, Jannes hat sich alles ganz genau angeguckt und gestaunt, im Kinderwagen undenkbar. Da hätte er nie so lange ausgehalten.

Eine interessante Zusammenfassung findet man z.B. hier, Tragen aus kinderärztlicher Sicht. Oder einfach mal "Tragen" und "Bindung" in eine Suchmaschine eingeben, sehr viele interessante Artikel.


Familienbett 


Bjarne und Jannes haben eigene Betten, Bjarne ist relativ früh in seines gezogen, ich glaube so mit 3 Monaten. Ich musste nach 8 Wochen wieder arbeiten gehen und habe alleine im Schlafzimmer geschlafen, der Mann mit Hut mit dem Großen im Kinderzimmer. Das ging prima und Bjarne hat sehr gut in seinem Bett geschlafen. Bis, ja bis, er großer Bruder wurde. Da war das Schlafverhalten so ziemlich im Eimer.
Ob es auch ohne den Wutz so gekommen wäre, weiss ich nicht, auf jeden Fall fielen die 2 Ereignisse zeitlich zusammen. Bjarne konnte plötzlich nicht mehr schlafen. Wo er früher um 7 ins Bett gefallen ist, kurz den Rücken streicheln, Tigger knuddeln, rumrollen und einschlafen, sass auf einmal ein weinendes Kind im Bett, dass sich auch nicht wieder beruhigen liess. Bis halb 10 oder sogar später sass er teilweise mit im Wohnzimmer, hat sich Bücher angeguckt und ist dann irgendwann auf dem Sofa eingeschlafen.
Dann kam eine kurze Phase, in der der Papa sich mit ihm ins Bett gelegt und ihn in den Schlaf begleitet hat. Teilweise ein gutes Stück weit, ich hab ihn dann immer schnarchen gehört und um kurz vor 8 geweckt ;-). Später hat er sich dann zum friedlich schlafenden Sohn gekuschelt und seitdem schlafen die beiden die zweite Nachthälfte zusammen im Bett. Einschlafen kann er nämlich inzwischen auch wieder gut in seinem Bett.

Jannes Bett haben wir erst vor Kurzem aufgebaut und eigentlich auch nur zum Test und als Rausfallschutz, das Bett steht nämlich direkt neben dem Elternbett. Die Wiege war zu klein geworden und mehr als 2 oder 3 Mal hat er eh nicht drin geschlafen, denn er schläft von Anfang an bei mir im Bett. Das ist zum einen pure Faulheit, denn so muss ich nachts nicht aufstehen, ihn aus seinem Bett holen, anlegen, Stillen, wieder in sein Bett legen, in mein Bett zurückkrabbeln, wieder aufstehen und zum Klo tigern, ins Bett, nicht einschlafen können, huch, der Wecker klingelt.
So muss ich mich nur rumdrehen, Shirt wegziehen, im Liegen Stillen, dabei weiterdösen und wenn er fertig ist einschlafen. Manchmal schlafe ich auch dabei ein und bin morgens halb nackig ;-)
Wenn ich arbeite, schläft Jannes meistens in seinem eigenen Bett und da wird erstmal ein bisschen gemeckert und dann erst geschlafen. Lege ich mich mit ihm zusammen hin wird gar nicht gemeckert.

Auch wenn der Mann lieber mal wieder mit mir zusammen im Bett schlafen würde, statt mit einem der Kinder, so wie es jetzt ist, bekommen wir alle den meisten Schlaf. Die Nächte sind hier meistens um 6 Uhr morgens zu Ende und das auch noch mit Unterbrechungen, da muss man nehmen was man kriegen kann!
Familienbett war also bei uns nie geplant, es hat sich ergeben, aber ich kann es jedem empfehlen! Es ist praktisch, kuschelig, das Baby wärmt schon mal das Bett an, man wird morgens geweckt, weil jemand auf einem rumturnt und nicht, weil jemand weint.

Und überhaupt, wie war das denn früher? Alle schliefen in einem Raum, meistens auch mehrere in einem Bett, nebendran die Kühe. Seit wann schlafen Kinder eigentlich im eigenen Bett und eigenen Zimmer?
Familienbett hat positive Effekte auf Neugebordene, z.B. hier nachzulesen. Ob es auch welche auf Teenager hat, weiss ich nicht,  laut diesem Artikel nicht und erst recht keine negativen! Also weder "Der schläft mit 18 noch bei euch" noch "Der wird bestimmt schwul!" (was auch immer daran schlimm sein sollte...) oder "Der wird ein Mamasöhnchen!".


Stillen 


Ob Stillen nur mit in die Aufzählung gerutscht ist, weil man die drei Themen ja quasi in einem Atemzug nennt, weiss ich nicht, ich weiss allerdings auch nicht, wieso gestillte Kinder später verweichlichte Terroristen werden sollten. Vielleicht ist hier eher Langzeitstillen gemeint und manchmal glaube ich, jeder, der länger als 6 Monate stillt, wird manchmal schon komisch beäugt.


Bjarne wurde nicht sehr lange gestillt, nur 10-12 Wochen, eben weil ich wieder arbeiten gegangen bin und ich damals zu doof zum Abpumpen war.
Jannes wird jetzt seit 9 Monaten gestillt, davon 3 Monate voll, seit Ende Dezember mit Zufüttern und seit Januar teils mit abgepumpter Milch. Nachts stillen wir, zum Einschlafen und zwischendurch, wenn ich zu Hause bin.
Und auch Bjarne trinkt ab und zu noch abgepumpte Milch. Zur Zeit eher weniger, weil er einfach nicht dabei ist, wenn ich abpumpe, aber als ich angefangen habe, einen Milchvorrat anzulegen, da hat er ganz oft einfach mal das frisch abgepumpte weggetrunken ^^. Direkt an die Quelle wollte er nicht mehr, das hab ich mal auf dem Wickeltisch getestet. Er hat's ja beim kleinen Bruder gesehen und als ich ihn gefragt habe, ob er denn auch mal will, ist er erst mit dem Kopf nach vorn und dann doch wieder zurück und hat "Nee!" gesagt :-). Die Frage wäre eh gewesen, ob er das noch gekonnt hätte nach so einer langen Pause, wahrscheinlich hätte er mich nur gebissen ;-) Aber gedurft hätte er!

Ich habe absolut kein Problem damit, so lange zu stillen, wie das Kind es möchte. Komisch fände ich allerdings, wenn ich irgendwo sitze, das Kind kommt angelaufen und schiebt meinen Pulli hoch. Das muss nicht sein, aber ich bin eh kein Draussen-Stiller, ich bin dann lieber irgendwo zu Hause und in Ruhe. Und auch davon wird keiner ein Muttersöhnchen oder ein Terrorzwerg, zumindest meiner Meinung nach.
Und wer langes Stillen komisch findet, der sollte dann doch auch bitte seine Kuhmilch weglassen, die ist nämlich eigentlich für Kälbchen und nicht für erwachsene (!) Menschen.


Weicheier


Wie wird man dann also zum Weichei? Oder zum zickenden Teenager?

Ich kann da vielleicht von mir erzählen, ich war bzw. bin meiner Meinung nach nämlich beides.

Ein unselbständiges Weichei wird man, wenn man alles abgenommen bekommt. Wenn einem alles vorgesetzt und als Tatsache verkauft wird. Wenn man den Schulranzen gerne in türkis gehabt hätte, man ihn aber in rosa bekommt, man sich die Tapete mit den blauen Wölkchen aussucht, man aber die mit denen in rosa bekommt, man in der zweiten Klasse eine Brille aufsetzen muss, aber nicht die rote nehmen darf, weil man die ja so sieht, sondern eine in (wer hätte das gedacht) rosa, die wäre ja schön unauffällig (weil ja Brille = hässlich, so kam's bei mir an und den ersten Tag in der Schule wollte ich das Ding durch den Klassenraum werfen und drauftreten).
Wenn man sich mit 7 Jahren noch kein Brot selber schmieren kann, man würde ja zu viel matschen, es dann aber doch endlich mal lernen muss, weil man ja demnächst auf Klassenfahrt fährt.
Wenn man immer Reiten lernen wollte, stattdessen aber zum Ballet und zum Tennis geschickt wird. Reiten wurde dann abgetan, weil zu teuer. Kein Wunder, Tennis und Tanzen mussten ja bezahlt werden.
Ich hatte immer das Gefühl, klein zu sein und klein gehalten zu werden und nichts zu können.

Wird man dann älter, wird einem das irgendwann alles klar und man will da raus. Man will nicht mehr klein sein und man will sich nicht mehr fügen. Man färbt sich die Haare bunt, lässt sich die Ohren mehrfach durchlöchern und die Zunge piercen, obwohl man nicht volljährig ist. Und rennt jeden Tag nach der Schule in den Reitstall, ha!

Ein Weicheirebell wird man also eher, wenn es NICHT um die Bedürfnisse des Kindes und deren Erfüllung geht. Meine Beispiele sind jetzt mehr oder weniger materiell, aber es geht mir bei ihnen einfach darum, dass meine Meinung und meine Wünsche einfach übergangen wurden, nicht nur bei materiellen Dingen.
Wenn meine Kinder das Bedürfnis nach Nähe haben, dann bekommen sie sie. Und das dann auch gerne im Familienbett oder beim Tragen. Wenn sie Hunger haben, bekommen sie Essen. Wenn Bjarne lieber das blaue als das rote T-Shirt anziehen möchte, dann bitte, hauptsache er hat überhaupt was an ;-) Ich lasse ihn schon jetzt mitentscheiden in kleinen Dingen. Was möchtest Du auf Dein Brot haben? Welchen Käse? Möchtest Du mit zum Einkaufen kommen?
Wenn er etwas nicht haben oder machen soll, dann erkläre ich ihm, warum das so ist. Ich übergehe ihn nicht. Ich rede mit ihm. Auch wenn er nur Worte und keine Sätze spricht, mit "Ja" und "Nein" kommt man doch schon sehr weit.
Er weiss z.B., dass er gegen 7 Uhr ins Bett gehen soll. Das ist nach dem Sandmann oder wenn der kleine Zeiger da unten links ist und der große ganz oben. Natürlich meckert er dann auch mal (der Rebell, is doch noch gar kein Teenager ^^), aber meistens nur kurz, ich erkläre ihm, dass wir morgen wieder früh aufstehen müssen etc. und bleibe bei ihm, bis er sich ins Kissen kuschelt.
Man merkt deutlich, dass er mit Erklären und Reden besser klar kommt, als wenn Papa mal ein "Jetzt is aber gut, ab ins Bett!" rausrutscht. Dann kann er nämlich auch laut werden und quieken und strampeln, weil er nicht will.



Vielleicht fallen wir in ein paar Jahren mit unserem Erziehungsansatz auf die Nase, aber ich denke eher nicht. Ich möchte selbständige und selbstbewusste Kinder, und wie bitte sollen sie das werden, wenn ich sie immer unterdrücke? Nein, ich meine nicht, dass Kinder mit eigenem Zimmer, Kinderwagen und Fläschchen unterdrückt sind, ich meine das andere Zitat aus dem Kommentar "Dreijährige Kinder, mit denen morgens über die Klamottenwahl diskutiert werden würde, werden dann mit 16 diejenigen, die den Eltern auf der Nase herumtanzen".
Es gibt mit Sicherheit Kinder, die Tragen doof finden und lieber im eigenen Bettchen schlafen und wo Stillen einfach nicht geklappt hat. Denen geht's trotzdem super, weil eben auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird und das ist doch das Entscheidende.
Ja, auch Eltern haben Bedürfnisse, aber die müssen eben, gerade in den ersten Lebensjahren, auch mal ein bisschen hinten anstehen. Ich habe seit über einem Jahr keine einzige Nacht durchgeschlafen, weil ich mit dicker Kugel auch andauernd wach geworden bin nachts, aber dafür hab ich jetzt den Wutz. Und vor ihm den Zwuggel, und das isses wert :-)

So, ganz schön lang geworden, ich guck jetzt noch ein paar Minuten Fussball und kuschel mich dann zum Wutz ins Bett :-)


Kinder verwöhnen durch zu viel Nähe? Blödsinn!


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